Donnerstag, 26. Januar 2017

Eric Berg - kalt

Spannender Psychothriller, originell konstruiert, mitreißend geschrieben.

5 von 5 🌟

Ich habe auch schon von Eric Berg "Schrei" gelesen-seinen ersten Jugendthriller den ich auch noch einmal WĂ€rmstens empfehlen kann!

Worum geht es:
Eine Internatsklasse auf Exkursion. Nacheinander verschwinden beide Lehrer. Niemand weiß, was mit ihnen geschehen ist. Die AnfĂŒhrer der Klasse wollen die neu gewonnene Freiheit nutzen, um mal so richtig Party zu machen, andere möchten die Exkursion lieber sofort abblasen und nach Hause fahren, ein paar sind dafĂŒr selbst auf Spurensuche zu gehen, um herauszufinden, wo die Lehrer abgeblieben sind. Der finnische Betreuer Nooa, der von den Jungs bewundert und von den MĂ€dchen umschwĂ€rmt wird, scheint immer genau zu wissen, was zu tun ist. Aber ist er wirklich der, fĂŒr den er sich ausgibt? Als im schönsten Mai noch einmal Schnee fĂ€llt und der Winter mit Macht zurĂŒckkommt, verschĂ€rft sich die Situation. Ein SchĂŒler wird tot aufgefunden. War es wirklich nur ein unglĂŒcklicher Unfall oder steckt mehr dahinter? Schließlich ĂŒberschlagen sich die Ereignisse und niemand in der Gruppe kann mehr genau sagen, wer Opfer und wer TĂ€ter ist …

In "Kalt" begleitet man eine Gruppe SchĂŒler auf ein Biologieprojekt nach Finnland.
Hier liegt fĂŒr mich schon eine StĂ€rke des Buches- die Kulisse. Finnland ist schon oft portrĂ€tiert worden, aber noch nie so bildgewaltig wie hier.

Ein finnisches Moor, abgelegen und nicht ungefÀhrlich, empfand ich als einen ungewöhnlichen und
spannenden Ort fĂŒr die Handlung. Die Landschaft wird immer wieder eingeflochten, so dass man nie vergisst wo man sich gerade befindet. SpĂ€ter kommt sogar noch Schnee hinzu, was die Handlung noch
spannender werden lÀsst.

Desweiteren fand ich sehr interessant, dass die Geschichte teilweise rĂŒckblickend erzĂ€hlt wird-
aus der Sicht verschiedener SchĂŒler und auch Personen, die gar nicht in der Handlung vorkommen,
aber uns einen ungewohnt tiefen Einblick in das Vorleben und Innenleben der Figuren ermöglichen.
Eine sehr gute Idee!
Zudem werden auch aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen die Charaktere mehrdimensional
und man kann die Sicht jedes Einzelnen gut nachvollziehen. Dadurch sehr intensiv geschrieben.

Neben der eigentlichen spannenden Haupthandlung gibt es diverse kleine NebenstrÀnge, in denen
Geheimnisse der einzelnen SchĂŒler enthĂŒllt werden und man ist krĂ€ftig am Mitfiebern.
Am Ende steht nĂ€mlich natĂŒrlich die große Frage- wer ist der TĂ€ter?
Und er fordert einige Opfer.

Also wer einen richtig guten, ungewöhnlichen und kurzweiligen Jugendthriller mag, ist mit "Kalt" bestens versorgt!
Lasst eure FingernÀgel wachsen- ihr werdet was zum Kauen brauchen!