Mittwoch, 22. Februar 2017

LS HAWKER - Grausames Erbe

Rezension zu  Grausames Erbe von LS Hawker

4 von 5 🌟
Young Adult, Road Trip, Familiendrama und zum Schluss auch ein guter Schuss Thriller – eine gelungene Mischung fĂŒr spannende Lesestunden

Seit 18 Jahren lebt Petty wie eine Gefangene in ihrem Zuhause. Ihre Tage werden durch eintönige Arbeit auf dem einsamen Schrottplatz und knallhartes Überlebenstraining bestimmt – alles nur zu ihrem Wohl, wie ihr Vater betont. Als er plötzlich stirbt, scheint sie nun endlich frei. Doch sein eiserner Griff besteht auch ĂŒber den Tod hinaus. Getrieben von einem unglaublichen Verdacht, macht sich Petty auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und befindet sich mit einem mal auf der Flucht vor der Polizei. Wie gut, dass ihr Vater sie auch fĂŒr solche Situationen ausgebildet hat …

Das Buch lĂ€sst sich , nach dem Anfang , wenn man spitz hat, wer wann die Geschichte erzĂ€hlt und dieses im spĂ€teren Verlauf schneller erahnen kann, sehr gut und schnell lesen,.. Die Perspektiven der ErzĂ€hlung sind aus 2 Sichten, der verstörten Petty , die in ihre Vergangenheit reist und antworten sucht, und dem smarten Dekker,... Dieser rutscht in die Geschichte rein und hilft Petty bei dem zusammen setzten ihrer Puzzleteile der Vergangenheit,.. Nachdem Pettys Vater stirbt, haut sie ab und begegnet Dekker, mit ihm macht sie sich gemeinsam auf den Weg , ihre Vergangenheit zu erkunden und erfĂ€hrt und erlebt allerhand,.. FĂŒr mich ist es eine spannende Story, es macht Spaß die 2 zu begleiten und die RĂ€tsel um Petty und ihre Familie zu lösen, aber es ist fĂŒr mich leider kein Thriller,.. Eher ein Roman mit Krimifaktor,... Unterhalten hat mich das Buch aber und spannend war es auch,,....

Aber die Geschichte bleibt deutlich nĂ€her am Realismus, als ich ursprĂŒnglich gedacht hatte. Das fand ich tendenziell recht gut und wurde angenehm ĂŒberrascht, als sich die Protagonistin eben nicht mal eben gegen einen 100-Kilo-Mann stemmen kann.

Dabei beginnt die Geschichte recht undurchsichtig und lĂ€sst nicht viel von am angesprochenen Realismus vermuten. Ein Vater, der seine Tochter ĂŒber einen Zeitraum von 18 Jahren zu Hause einsperrt? Wer macht denn sowas? Und vor allem Warum? Erinnert erst an den Actionfilm " Wer ist Hanna".

Nach dem etwas flauen Mittelteil nimmt die Geschichte wieder an Fahrt auf. Nicht nur, dass viele Wendungen der Geschichte ihre Spannung wiedergeben, auch der ErzÀhlstil wird flotter. Aber auch in diesem flotten Finale bleibt der Autor "auf dem Boden des Realismus", in dem er zwar beschreibt, wie Menschen in Notsituationen ihre allerletzten Kraftreserven mobilisieren können, aber im Gegenzug einige Blessuren davon tragen.

GlĂŒcklicherweise werden die meisten und wesentlichsten Fragen des Plots zum Ende hin aufgelöst. Die Geschichte nimmt nach dem rasanten Finale ein gemĂ€ĂŸigtes und versöhnliches Ende, das sehr gut zum Gesamtplot passt.

Die Protagonisten sind gut beschrieben und ihre Aktionen und Reaktionen sinnvoll nachzuvollziehen sind. Das Cover passt meines Erachtens ausgezeichnet zur Geschichte und gefÀllt mir.