Mittwoch, 1. MĂ€rz 2017

Dorothea Seckler - Hubers Ende

4 von 5 🌟  ProvinzKrimi gelungenes Erstlingswerk

Ein neuer Fall verschlĂ€gt die Kommissarin Patrizia Hölderlin in eine Kleinstadt am Rande der SchwĂ€bischen Alb. Dort – wo die Welt eigentlich noch in Ordnung sein sollte – muss sie herausfinden, wer Kuno Huber getötet hat. Der Endsiebziger und frĂŒhere Schreiner ist nachts in seinem Schuppen bei einem Brand umgekommen. Alle Zeichen stehen darauf, dass der Brand gelegt wurde. Der Tatort weckt in Patrizia schmerzliche Erinnerungen an einen frĂŒheren Fall mit tragischem Ende. Aber sie kann die Ermittlungen nicht aus der Hand geben, sonst wird es wieder nichts mit ihrer Beförderung und außerdem wĂ€re sie in den Augen ihres aufdringlichen Kollegen Pfeifle eine komplette Versagerin. Im Fall Huber wird bald klar, dass verschiedene Leute Rechnungen mit dem Schreiner offen hatten und er kein besonders beliebter Zeitgenosse war …

Hubers Ende" hat mir insbesondere auch deswegen gefallen, weil es erfrischend und auch oft witzig geschrieben ist. Die Protagonistin Patrizia Hölderlin ist eine mir sympathische Kommissarin mit Ecken und Kanten, die eine gewisse Gelassenheit  an den Tag legt, aber gewissenhaft ist, wo es unbedingt nötig ist. z.B. bei den Ermittlungen. Dazu lassen sie die Schicksale anderer nicht kalt und sie muß dagegen ankĂ€mpfen, zu empathisch zu sein. Gut war fĂŒr mich als Stadtkind die Beschreibung der Provinz.
Detailliert beschrieben sind auch ihre Kollegen und die anderen Figuren in diesem Wodunit-Krimi, der sich anfangs recht langsam entwickelt. Das Vorgehen Patrizias im Fall "Huber" entspricht wohl eher der RealitĂ€t als so manch Dargestelltes in anderen BĂŒchern dieses Genres.
Es ist kein Krimi, bei dem der Leser vor Spannung die NĂ€gel kaut, jedenfalls ich nicht, aber interessant und gut geschrieben, brauche irgendwie entweder mehr Blut und Tot oder mehr Psychothrill. Daß Letzte I- TĂŒpfelchen fehlt mir noch fĂŒr eine 5- Sternebewertung, aber fĂŒr ein Erstlingswerk echt nicht schlecht.

Ich möchte mich herzlichen beim Verlag  edition m und bei NetGalley DeutschlandfĂŒr die zur VerfĂŒgung Stellung des Ebooks bedanken