Dienstag, 25. April 2017

Barry Eisler - Der Schrei des toten Vogels

5 von 5 🌟 gut geschriebener Thriller zu einem widerwĂ€rtigen Thema. Charismatische Hauptprotagonistin.


Die unnahbare Livia Lone ist Detective bei der Polizei von Seattle. Und sie ist gut. Richtig gut. Spezialisiert auf Sexualdelikte, mit einem unbestechlichen Blick fĂŒr die schrecklichen Begierden der TĂ€ter. Was niemand von ihren Kollegen weiß: Als Kind wurde sie mit ihrer kleinen Schwester Nason von den Eltern verkauft und strandete in Amerika, missbraucht von den MenschenhĂ€ndlern, die sie ins Land schmuggelten. Seit die Schwestern getrennt wurden, ist es Livias Mission, Nason zu finden. Nie, nie, nie vergisst sie dieses eine höchste Ziel, wĂ€hrend sie als Polizistin TĂ€ter hinter Gitter bringt. Oder direkt unter die Erde … Als sie endlich eine Spur hat, die sie zu den MĂ€nnern fĂŒhren könnte, die Nason und sie in ihrer Gewalt hatten, muss sie feststellen, dass sie es mit einem mĂ€chtigen Gegner zu tun hat. Sie hat keine andere Wahl: Wenn sie es mit ihm aufnehmen will, muss sie sich den Schrecken ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Der Herr Eisler versteht es immer wieder, wirklich fesselnde Geschichten zu erzÀhlen. Spannend und leider sehr nah an der Wahrheit. Die man eigentlichverdrÀngen will, nichtszu wissen ist manchmal besser als die RealitÀt zu akzeptieren.
Eine brutale RealitĂ€t, welche allerdings durch Quellenverweise belegt wurden. Viele sind ja der Meinung, es sind nur augenscheinlich mehr dieser Verbrechen geworden, wegen der Medien, das mag sein, aber frĂŒher gab es auch mehr Selbstjustiz und hĂ€rtere Strafen. Heutzutage gelten solche Verbrechen als psychische Probleme und werden therapiert, Erfolgsquote ist eher schlecht. Es gibt nix Schlimmeres als Kindern Gewalt anzutun.
Es geht um Kindesmissbrauch. Das denkbar widerwÀrtigste Verbrechen. Schier unertrÀglich. Geht unter die Haut...

Aber Livia Lone, die Hauptfigur, bleibt nicht das hilflose Opfer ihrer Jugend , sondern sie entwickelt sich im Laufe der Jahre nach ihrem Missbrauch zu einer aussergewöhnlichen und durchdachten RĂ€cherin im Namen der Opfer. Die Liebe zu ihrer kleinen ebenfalls missbrauchten Schwester, von der sie im Zuge einer EntfĂŒhrung getrennt wurde, stachelt sie zu Höchstleistungen an, welche sie zur erfolgreichen RĂ€cherin an all dem kranken Übel werden lĂ€sst, welches sie haunah erfahren musste.
Die Figur der Livia Lone ist eine exzellente ausgearbeitete Ermittlerin, alleine schon die Kraft die sie aufbietet um in dem Elend in dem sie selbst steckte zu recherchieren und tĂ€tig zu sein, sie ist gleichzeitig tough als auch sensibel. Sie war mir die ganze Zeit ĂŒber sympathisch. Vor allem die Schweine nicht zu meucheln, was ich an ihrer Stelle gemacht hĂ€tte. Menschen die sich an Kindern vergehen haben in meinen Augen ihr Recht zu Leben verwirkt.

Zum GlĂŒck ziert sich Livia Lone zieht all ihre Peinger zur Rechenschft, und das ist auch gut so Tötet sie gar voller Lust und Genugtuung. Und man möchte, ob dieser Selbstjustiz Beifall klatschen.
Ich spĂŒre direkt den Wunsch in mir, dass mehr solcher Livias im richtigen Leben erscheinen mögen, um Kindesmissbrauch unmissverstĂ€ndlich in die Schranken zu weisen. Kein mit dem erhobenen Finger drohen keine Psychiatrie, keine zweite Chance.
Fazit:

Als sich herausgestellte welches Thema diesem Buch zugrunde liegt, wollte ich das Buch nicht weiterlesen, aber der Schreibstil und Die Entwicklung der Ermittlerin liess in mir die Hoffnung aufkeimen, das es doch auch mal eine passende Lösung fĂŒr diese Art Verbrechen gibt.

Ganz klare Leseempfehlung.

Zu kaufen gibt es das Buch hier:
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Ich möchte mich Amazon Crossing und bei NetGalley Deutschland fĂŒr die zur VerfĂŒgung Stellung des Ebooks bedanken.