Dienstag, 30. Mai 2017

Jens Lossau und Jens Schumacher - Der Sch├Ądeltypograph

5 von 5 ­čîč coole Ermittler und viel Schwarzem Humor; klasse

Die Angst geht um am Rhein: Erst werden aus dem Gutenberg-Museum in Mainz unersetzliche Drucktypen entwendet, bleierne Werkzeuge aus der Fr├╝hzeit der schwarzen Kunst. Als N├Ąchstes entdeckt eine morgendliche Spazierg├Ąngerin auf dem Zentralfriedhof ein halbes Dutzend Leichen, die ihren Gr├Ąbern entrissen wurden. Und schlie├člich geschieht ein Mord an einem 23-j├Ąhrigen Studenten; bei der Autopsie wird festgestellt, dass ihm mit brutalster Gewalt bleierne Lettern in den Kopf getrieben wurden -- die Schlagzeilen warnen vor dem "Sch├Ądeltypographen".

Die ├Ârtliche Polizei ist -- wen wundert's -- ├╝berfordert. Dergleichen geheimnisvolle Gewaltverbrechen sind in Deutschland keine Ausnahme, und so existiert auch eine entsprechende bundesweite Sonderkommission, die SK 66. Umgehend werden zwei Beamte nach Mainz entsandt. Das Duo Passfeller und Grosch ├╝bernimmt den Fall, auch wenn das der ├Ârtlichen Polizei -- wen wundert's -- nicht behagt. Und es dauert nicht lange, bis sie auf eine Spur sto├čen, die bis in Gutenbergs Zeit f├╝hrt. Allem Anschein nach trieb im 15. Jahrhundert eine Sekte ihr Unwesen, die einen vorzeitlichen Gott namens Morg├íthoan wieder erwecken wollte. Und die beiden Sonderkommission├Ąre bef├╝rchten, dass ein oder mehrere Wahnsinnige genau das im Mainz der Gegenwart erneut versuchen m├Âchten.

Kathy Reichs trifft Stephen King trifft Monty Python -- mit diesem Spagat k├Ânnte man versuchen, den vielf├Ąltigen Einfl├╝ssen gerecht zu werden, die in diesem Roman zu finden sind. Die Autoren -- die wirklich beide Jens hei├čen, im selben Jahr geboren sind und im Rheinhessischen wohnen -- haben bisher mit den beiden Erz├Ąhlungssammlungen Kanon der Melancholie und Entit├Ąten auf sich aufmerksam gemacht. Der Sch├Ądeltypograph wird zwar als braver Regionalkrimi vermarktet, ist aber eher ein harter Thriller, der auch in eine ambitionierte Horror-Reihe passen w├╝rde. Passfelder und Grosch sind zweifellos durch Akte X inspiriert, mit einer ordentlichen Portion deutscher Poltrigkeit und respektlosem Klamauk angereichert. Wir haben es schon immer geahnt: Auch in deutschen Gro├čst├Ądten lauert das Unheimliche. In Schumacher und Lossan hat es seine Chronisten gefunden. --Hannes Riffel

Der Thriller kommt zwar am Anfang als beh├Ąbiger Regionalkrimi daher, fasziniert den Leser aber bald durch eine gelungene Mischung von Krimihandlung, Skurrilit├Ąt und Schwarzem Humor. Nat├╝rlich ist diese gewagte Mischung nichts f├╝r jeden Leser, man mu├č schon einen Hang zum Slapstic und Kuriosit├Ąten haben um nicht alles so ernst zu nehmen, um Freude an diesem Buch zu haben. Die hatte ich auf jeden Fall.

Der Sch├Ądeltypograph von Lossau/Schumacher ist der AuftaktRoman zu einer kleinen Reihe um die beiden skurrilen BKA-Sonderkommissare Passfeller und Grosch. Die Folgeb├Ąnde sind in der folgenden Reihenfolge: "Der Luzifer-Plan", "Die Menschenscheuche" und "Der Rebenwolf" zu lesen.

Dieser erste Band besteht aus vielen skurrilen Szenen, und den eigenartigen aber ganz speziellen BKA-SONDERKOMMISSARE Passfeller und Grosch. Aus dem Museum werden Original-Drucktypen von Gutenberg gestohlen. Kurz darauf werden Leichen aufgefunden, denen eben jene Drucktypen in den Sch├Ądel getrieben wurden. Hier schalten sich die beiden Kommissare Passfeller und Grosch des "SK 66" des BKA ein, die sich mit ├╝bernat├╝rlichen F├Ąllen in ganz Deutschland besch├Ąftigt. Kennen viele nicht mehr die Serie, aber manchmal schienen manche Szenen eigenwillige Interpretationen des Akte-X-Duos Mulder/Scully, von denen sie zweifellos inspiriert wurden, die sie allerdings gnadenlos ins groteske verkehren. Schnell kommt man in den Dunstkreis der Mainzer Universit├Ąt, aus dem auch einige der Opfer entstammen.

Die beiden Kommissare sind sehr gut dargestellt, komisch, intelligent und voll schwarzen Humor. Makaber ist immer gut.

Das Cover passt klasse zur grotesken Geschichte.

Mir hat es sehr gut gefallen und ich hoffe, bald den n├Ąchsten Band lesen zu d├╝rfen, das erste hat mir Spass gemacht.

Zu kaufen gibt es das Buch hier:https://www.amazon.de/gp/aw/d/3426216361/ref=cm_cr_arp_mb_bdcrb_top?ie=UTF8

Gerne lest ihr unsere Rezensionen auch auf unserem Blog:

http://ourfavorbooks.blogspot.de/p/autoreninterviews.html?m=1

Ich m├Âchte mich bei Verlagsgruppe Droemer Knaur und bei NetGalley Deutschland f├╝r die zur Verf├╝gung Stellung des Ebooks bedanken.