Mittwoch, 14. Juni 2017

AI: Manuel Wagner

Name: Manuel Wagner
Wohnort: Witten
Lieblingsbuch: Kevin Kuhn – Hikikomori und Karen Duve - Macht
Lieblingsfilm/-serie: Mr. Robot und Sense8
Lieblingsessen: Nüsse, Beeren
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsgeruch: Vanille
Lieblingsurlaubsort: Ramsau am Dachstein
Hobbys: lesen, schreiben, Serien gucken, Ernährung, Sport, wandern


Woher bekommst Du die Ideen für deine Romane und Geschichten?
Wichtig für meine Romane sind eigene Gedanken über - und Erfahrungen mit Menschen. Mein erster Roman ist zumindest zum Teil autobiographisch. Sicherlich haben außerdem Schule, Studium, andere Romane, Filme und Serien ihren Einfluss.

Wie lange brauchst Du für ein Buch? Vom ersten Wort bis zum Erscheinen?
Das ist schwierig zu sagen. Den ersten Teil des Romans habe ich schon sehr früh angefangen, ohne zu wissen, was genau für ein Buch ich schreiben werde. Damit am Ende alles Sinn ergibt, musste ich dann viel streichen, umschreiben und neu erfinden. Besonders mit dem Streichen von bereits geschriebenen Ideen habe ich mich sehr schwer getan. Deshalb hat das Fertigstellen des ersten Teils fast drei Jahre gedauert. Das würde heute definitiv nicht mehr so lange dauern. Wenn der zweite Teil wie geplant diesen Sommer herauskommt, wird die Fertigstellung etwa 10 Monate gedauert haben. Schreiben fällt einfach leichter, wenn man bereits Übung und Erfahrung hat. Aber es gibt eben immer wieder Phasen, wo ich mit meinen Ideen nicht besonders zufrieden bin. Jeder Text muss mich absolut überzeugen. Ich muss ihn für einen Geniestreich halten, sonst veröffentliche ich nicht.

In welchen Genres finden wir Dich?
Schwierig zu beantworten. Coming of Age, Ich-Erzählung, Elemente von Humor und Drama werden in meinen Romanen wahrscheinlich immer eine Rolle spielen. Den Konflikt zwischen dem einzelnen Ich und der es umgebenden Welt sehe ich gerne als meine Hauptmotivation. Ich baue allerdings gerne mal Fantasy- oder ScienceFiction-Elemente ein.

Wann kommt Dein nächstes Buch heraus? Und wie wird der Titel lauten?
Die Fortsetzung von „Nur ich bin normal“ wird im Juli erscheinen. Den Titel möchte ich noch nicht nennen.

Welche Bücher liegen schon von Dir vor? Die man Wo? Kaufen kann?
Der erste Teil der Normal-Reihe „Nur ich bin normal“ ist auf amazon als Print und als Ebook auf allen gängigen Portalen erhältlich.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?
Ich schreibe überwiegend auf der Couch mit dem Laptop im Schoß. Das ist sehr gemütlich. Weniger gemütlich sieht der Couchtisch aus. Dort liegen Bücher, die ich gerade lese, handschriftliche Notizen, Stifte und dazwischen ganz gefährlich die Kaffeetasse.

Kann man signierte Bücher von Dir käuflich erwerben? Und wenn ja, wo?
Ja. Dazu muss man mich anschreiben. Ich versende diese Bücher jede Woche persönlich.

Wolltest du als Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine Berufswahl?
Nein. Ich hatte viele Berufswünsche als Kind, aber sie waren schon immer kreativ angehaucht. DJ und Bilder malen waren meine ersten Berufswünsche. Wissenschaft hat mich auch immer interessiert, aber dort auch der kreative Teil. Synthetische Biologie, also Gott spielen, hat mich mal eine Zeit lang gereizt, aber leider sind viele Berufe in der Theorie interessanter als in der Praxis. Ich arbeite gerne selbstständig.

Wenn du die Möglichkeit hättest eins deiner Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen dafür infrage und wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im Kino sehen?
Natürlich würde ich gerne alle meine Bücher im Kino sehen. Über mögliche Schauspieler mache ich mir gerade zum ersten Mal Gedanken. Das Geschlecht wäre auf jeden Fall egal. Für den ersten Teil bräuchte man mindestens drei unterschiedlich alte Schauspieler, um den oder die Ich-Erzähler_in in den verschiedenen Altersstufen glaubwürdig darzustellen. Der oder die Hauptschauspielerin sollte am Ende um die zwanzig Jahre alt sein. Ich könnte mir David Mazouz aus Touch und Gotham gut vorstellen. Er kann Sensibilität und Verschlossenheit mit gelegentlichen impulsiven Ausbrüchen exzellent darstellen. Der zweite Protagonist bzw. Antagonist Hündchen sollte um die fünfundzwanzig Jahre alt sein. Passen könnte Jella Haase aus Fack ju Göhte, die auch ernste Rollen spielen kann. Von lustig, über Hundeblick bis ins Verschlagene spielt sie alles äußerst glaubwürdig.

Wann und wie kommst du auf neue Buch Ideen? Gibt es da ein bestimmte Vorgehensweise/ Rituale fliegen die Dir so zu?
Während der Entspannung in der Badewanne oder auch beim Joggen habe ich die besten Ideen. Manchmal ist es allerdings notwendig, sich klar zu fokussieren. Dazu lese ich meine bereits geschriebenen Texte immer und immer wieder durch und versuche mich dabei, in meine Figuren und deren Situation intensiv hineinzudenken.

Würdest du dich selbst in deinen männlichen/ weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ Mann/Frau nicht an?
Da der Ich-Erzähler mir sehr ähnlich ist, wäre es ziemlich selbstverliebt, wenn ich sagen würde, dass mich dieser Typ Mensch anspricht. Tut es auch nicht. Sehr anziehend finde ich hingegen meinen Antagonsten Hündchen. Die Gefühle schwanken ähnlich wie beim Ich-Erzähler zwischen Liebe und Hass. Hündchen ist nun mal undurchsichtig, was sowohl einen gewissen Reiz hat, als auch gefährlich ist.

Liest du selbst dein Genre oder lieber andere Bücher?
Meine Art von Büchern gibt es nicht. Mir war es wichtig einen eigenen individuellen Stil zu kreieren, der aber dennoch sehr lesbar ist. Ich lese jedoch gerne zu ähnlichen Themen: Coming of Age, Dystopie, Utopie, Philosophie, Psychologie, Sozialkritik. Das sind alles Themen, die auch in meinen zukünftigen Romanen eine Rolle spielen werden.

Was war das letzte Buch welches Du selbst gelesen hast?
Marc Elsberg – Helix, sie werden uns ersetzen. Faszinierendes Thema. Darin geht es um synthetische Biologie, ein Thema, das mich, wie bereits erwähnt, stark fasziniert. Nicht nur manipulierte Super-Lebensmittel werden freigesetzt, sondern auch manipulierte Supermenschen mit unglaublichen Fähigkeiten und Intelligenz werden auf die Welt losgelassen. Alles klingt sehr realistisch und man kann sich vorstellen, dass wir eigentlich schon jetzt vor fundamentalen ethischen Fragen stehen: In welchem Maße sollten wir Gott spielen? Wer darf von den Genveränderungen beim Menschen „profitieren“ und was wird aus den genetisch unveränderten schwachen, weniger intelligenten Menschen?

Hast Du eine/n Lieblingsautor/In? Wenn ja welche/r?
Karen Duves Denkweise und Schreibstil in ihrem Roman Macht haben mich sehr fasziniert.

Wenn du auf eine einsamen Insel auswandern müsstest welche 3 Dinge würdest du mitnehmen? Es gibt kein Strom!!!! Aber eine monatliche Lieferung!!!
Das wird eine Katastrophe, weil ich nicht gerade praktisch veranlagt bin: Solarzellen für Strom, ein Satellitentelefon fürs Internet und mein Notebook. Ich bekomme hoffentlich meine Lieblingslebensmittel und ausreichend Sonnenschutz regelmäßig geliefert.

Welche Ratschläge kannst du „jungen“ Autoren mit auf den Weg geben?

Du kannst nicht jedem gefallen, finde deinen eigenen Stil, sei trotzdem kritikfähig, habe Geduld und Konkurrenzdenken ist bescheuert.

Vielen Dank für das tolle Interview!