Montag, 5. Juni 2017

Henrik Siebold - Inspektor Takeda und der leise Tod

5 von 5 🌟 guter Blick ĂŒber Kontinent ĂŒbergreifende Zusammenarbeit

Der Tote aus der HafenCity

Kenjiro Takeda, eigentlich Inspektor der Mordkommission in Tokio, fremdelt immer noch ein wenig – mit dem Wetter in Hamburg und den deutschen Umgangsformen. Seine Kollegin Claudia Harms teilt keineswegs seine Vorliebe fĂŒr Jazz und Teezeremonien, aber beide sind hervorragende Ermittler. Als ein gefeierter Star der Internetszene tot aufgefunden wird, sind sie besonders gefordert: Markus Sassnitz wurde nicht nur ĂŒberfahren, sondern auch noch erstickt. Er hatte offenbar viele Feinde, doch eine Person gerĂ€t sofort ins Visier der Fahndung: seine Ehefrau. Sie allerdings ĂŒbt auf Takeda eine besondere Faszination aus.

Ein japanischer Ermittler – er liebt amerikanischen Jazz, europĂ€ische Frauen und arbeitet mit ganz eigenen Methoden.

Der gnadenlose, zeitaufwendige Polizeialltag hat bei Claudia Harms, eine erfolgreiche Kriminalhauptkommissarin in Hamburg, tiefe Spuren hinterlassen. Sie hat keine Freunde und ist Single ist einsam und dadurch auch sehr verbissen. Dann erhÀlt sie mit Inspektor Kenjiro Takeda aus Tokio einen Kollegen an die Seite gestellt, der ihren Alltag extrem auflockert, dieser nimmt an einem Austauschprogramm teil.

Kenjiro hat so seine Schwierigkeiten mit der MentalitÀt der Hamburger, er wird nur ganz allmÀhlich warm mit der neuen Kultur. Hier sind doch so einige kleine uns auch gewaltigere Unterschiede auszumachen sind. Aber bei seinem geliebten Jazz und seinen sorgsam vorbereiteten Teezeremonien findet er Erholung und Entspannung.

AmĂŒsant ist dann auch Kenjiros Blick auf deutsche Verhaltensweisen. Da diese sehr unvoreingenommen und sachlich darstellt.

Da bringt ein Einsatz beide an ihre gefĂŒhlsmĂ€ĂŸigen Grenzen, aus einem Hochhaus wird ein Kleinkind einfach vom Balkon geworfen. Der TĂ€ter ist schnell gefunden, die Mutter und ihr jetziger LebensgefĂ€hrte leben im Dreck und andauernden Crystal Meth Drogenrausch. Das vor Hunger und KĂ€lte schreiende Kleinkind war einfach im Weg.

Dieser Fall ist zwar schnell abeschlossen, geht beiden aber nahe, kurz darauf fĂŒhrt sie der nĂ€chste Fall ans andere Ende der Gesellschaft, den Schönen und Reichen. Ein Autounfall mit Fahrerflucht, das Opfer ein erfolgsverwöhnter Unternehmer, welcher gross im Internet tĂ€tig war. Und das Teure Leben genoss.


Schnell wird Kenjiro Takeda klar, dass es sich hierbei keinesfalls um einen einfachen Autounfall handelt, sondern dass die Tat ein sorgsam geplanter Mord war. Er glaubt sogar an eine Verbindungzum Fall Kleinkind Mord.

Das ungleiche Duo bereichert sich gegenseitig. Ganz besonders hat mir der „japanische Blick“ gefallen, vieles was selbstverstĂ€ndlich erscheint, wird hinterfragt und bekommt plötzlich einen ganz anderen Stellenwert. Beide Kommissare haben eine besondere Art zu ermitteln und sind sich dabei Ă€hnlicher, als sie sich eingestehen möchten. Der Charakter anfangs so unterschiedlich nĂ€hert sich immer mehr an. Hervorragender Schreibstil. Hoffentlich folgt bald ein neuer Japanisch-Deutscher Fall.

Klare Leseempfehlung!!!!

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Diese Rezension findet ihr auch gerne auf unserem Blog:
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Ich möchte mich bei @Aufbau Verlag und bei @NetGalley Deutschland fĂŒr die zur VerfĂŒgung Stellung des Ebooks bedanken.