Freitag, 21. April 2017

Paul Pen - das Haus in der Kakteenwüste

Rezension von Melanie zu "Das Haus in der Kakteenwüste" von Paul Pen

4 von 5 🌟 Man darf bei diesem Buch keinen rasanten oder blutrünstigen Thriller erwarten.

Klappentext
"Der neue Thriller des Erfolgsautors von „Glühwürmchen, glüh“ Eines Tages klopft ein junger Mann an die Tür. Rose und Elmer sind alarmiert. Denn sie haben sich ein stilles Leben in der Wüste aufgebaut, mit ihren vier Mädchen. Früher waren es fünf, aber das älteste liegt nun begraben unter Sand, Steinen und den dornigen Kakteen. Die Familie hat einander, ihre verträumten Rituale und die Idylle der Abgeschiedenheit – für immer. Etwas kommt Rose und Elmer an dem Fremden merkwürdig vor. Was, wenn er herausfindet, warum sie mit ihren Töchtern in dieser menschenleeren Einsamkeit leben? Wenn er mit diesem Wissen weiterzieht? Das müssen sie verhindern. Um jeden Preis!"
Meinung
Ich habe was anderes erwartet nach der Inhaltsangabe zwar nicht wirklich viel Blut aber doch mehr Psychothriller als Drama. Es ist irgendwie schwer zu beschreiben artet aber in eine FamilienTragödie aus. Gut gefallen hat mir dagegen die teilweise düstere Stimmung, die mitweilen die sehr geheimnisvollen Erzählweise und der subtilen Spannung zum Tragen kommt, welche mal abnimmt um dann wieder Fahrt aufzunehmen. An einigen Stellen ist Spannung fast zum Greifen stark inszeniert und verursacht Gänsehaut und Schauer die das Rückrat hochlaufen.
 
Die Story braucht eine Weile bis der Spannungsbogen langsam steigt. Aber auch wenn die Geschichte langsam anfängt und ich das Buch mehrmals abbrechen wollte lohnt es sich wirklich durchzuhalten. Denn wirkliche Langeweile kommt nicht auf, jedenfalls bei mir nicht, was mich dann doch wunderte. Ich benötige,  wenn ich einen angeblichen Psychothriller lese. Einen Toten je blutrünstigen desto besser und dann fängt der Thrill an, in dem mit der Psyche gespielt wird. Das braucht es hier gar nicht, denn der Schreibstil vermittelt eine beklemmende, düstere Atmosphäre die unter die Haut geht, und da auch bleibt.
Intelligente und schlüssig konzipierte Geschichte.
 
Der Klappentext gibt es eigentlich schon vor, aber das Verhalten der Familie eindeutig etwas zu verbergen hat, warum sonst lebt man am Arsch der Welt. Nicht falsch verstehen, dass ich liiiiiiiiiebe Kakteen das wäre ein Träumchen aber Staub und Hitze sind mir ein Greul sondergleichen. Aber natürlich nimmt man das in Kauf, wenn man dafür meilenweit sehen will, wenn sich jemand einem nähert. Deswegen fällt der Fremde sofort auf. Und auch dieser ist mehr als auf den ersten Blick erkennbar scheint. Somit grübelt schon aktiv was verheimlicht er?
Paul Pens Schreibweise ist außergewöhnlich intensiv und verschafft es einen in seine Geschichte hineinzuziehen. Zum Glück bleibt dies auch in der Übersetzung so. Die Situationen mal dramatisch,  mal lebhaft, mal spannend sind hervorragend.  Ebenso die Atmosphäre in dieser lebensabweisenden Hitze sind fast wie im Bild gemalt erzählt. So stellt man sich dieses Leben in der Wüste einfach vor.

Letztendlich ein gutgemachter Thriller der besonders durch den überragenden Schreibstil lebt.

Ich möchte mich AmazonCrossing und bei NetGalley Deutschland für die zur Verfügung Stellung des Ebooks bedanken.