Samstag, 5. August 2017

Jack Ketchum - Jagdtrip

Rezension von Melanie zu "Jagdtrip" von Jack Ketchum

4 von 5 🌟 ich muss vorweg sagen. Ich besitze ALLE Romane des Autors, bin Fan und mag seinen Schreibstil. Ein typischer Thriller ĂŒber das Thema Kriegsveteranen und wie einst Helden im Krieg fallen gelassen werden.

Klappentext

Lee ist lebend aus dem Krieg zurĂŒckgekehrt, doch er ist ein anderer Mensch geworden. Die Erinnerung verfolgt ihn in seinen TrĂ€umen. Er lebt zurĂŒckgezogen tief in einem Wald und meidet den Kontakt zu Menschen. Aber heute ist er nicht allein. Eine Gruppe Camper ist in seine zerbrechliche Welt eingedrungen. Er hört ihre Stimmen, beobachtet ihr Lager. Mit einem Mal ist der Krieg zurĂŒck. Und Lees Besucher mĂŒssen um ihr Leben kĂ€mpfen ...

Meinung

Der Hauptprotagonist ist ein Vietnam-Veteran namens Lee Moravian, der durch die grausamen KriegsGrĂ€uel einen psychischen Knacks weghat. Er fantasiert und fĂŒhlt sich stĂ€ndig in HabAchtstellung, weil er glaubt noch im Krieg zu sein.
Ich mag mir die ganzen furchtbaren Dingen gar nicht vorstellen, was so Filme wie Platoon so zeigen, auch wenn das ja immer ĂŒbertrieben ist, ist auch noch genug Wahrheit drin. Man muss in Deutschland froh sein, das die Kriegszeiten schon lange zurĂŒckliegen und uns nur am Rande tangieren. Lee ist jedenfalls schnell in seinem eigenen Film und kennt dann weder Freund noch Feind.
Da er sich dessen bewusst ist lebt er alleine im Wald, damit er niemanden in seinem Wahn verletzt.

Leider haben eine Gruppe Camper ausgerechnet diesen Wald auserkoren fĂŒr ein Abenteuer, was sie dann auch bekommen, nur anders als gedacht. Denn zu spĂ€t merken sie, das sie in einem Wald sind, in dem Lee SEINEN Wald sieht und die Camper sind Eindringlinge und damit nicht genug er glaubt tatsĂ€chlich es ist der Vietcong der da eingefallen ist um Lee doch noch zu holen.

Es ist wieder ein typischer Jack Ketchum Thriller : schonungslos und blutig und von der Schreibweise wieder sehr eindringlich. Dadurch, das er sehr realistisch und so nah an der Wahrheit bleibt, sind seine Werke auch oft beÀngstigend.

Lee erinnert am einen irgendwie verÀngstigten EinzelkÀmpfer, der im Glauben an die richtige Sache zu einem Rambo wird. Jagdtrip ist im Gegensatz zu seinen sonstigen Romann weniger reissereisch und auch nicht so blutig wie manche seiner VorgÀnger, sondern regt auch zum Nachdenken an.

Zwischen den Zeilen lernt man auch Lee nÀher kennen, und wenn man sich auf ihn und seine Vergangenheit einlÀsst ist er sehr sympathisch und man versteht sein Handeln nicht das man seine Taten dadurch rechtfertigt.

Ich finde das Buch zeigt mir nur noch mehr wie unsinnig und falsch Krieg ist. Aber das ist ja wie gegen WindmĂŒhlen angehen😱.

Ich finde es ist eine Leseempfehlung wert.

Ich möchte mich bei @Randomhouse fĂŒr die VerfĂŒgung Stellung des Rezensionsexemplars zu danken.