Freitag, 29. Dezember 2017

Anne B. Ragde - Das LügenHaus (die Lügenhaus-Serie, Band 1)

Rezension von Melanie zu "Das Lügenhaus" von Anna B. Ragde

4,5 von 5 🌟 eine Familiengeschichte  erzählt mit viel Einfühlungsvermögen und Solidarität der Figuren

Klappentext 
"Trondheim in Norwegen: Als die Bäuerin Anna nach einem Schlaganfall im Sterben liegt, kommt die Familie nach Jahrzehnten erstmals wieder zusammen. Tor, der älteste Sohn, der den Hof übernommen hat und eine Schweinezucht betreibt, verständigt nicht nur seine beiden Brüder – Margido, der vor Jahren den Kontakt zum Elternhaus abgebrochen und sich als Bestattungsunternehmer selbstständig gemacht hat, und Erlend, der mit seinem Lebensgefährten als Schaufensterdekorateur in Kopenhagen lebt –, sondern auch seine Tochter Torunn, die er nur ein einziges Mal gesehen und vor seiner Familie verheimlicht hat. Nun, am Sterbebett der Mutter, hält ausgerechnet der unscheinbare Vater eine riesige Überraschung bereit, die das bisherige Leben in Frage stellt …"

Quelle: Amazon Verlag

Meinung 

Ich war froh, das es der erste Teil war, wie oft ich ein Buch las, und entweder vor langer Zeit etwas davon, oder noch nie. Und wenn ich angefichst war brauchte ich die anderen Teile. Aber hier bin ich von Beginn an dabei😁!
In Norwegen war das Lügenhaus ein großer Verkaufserfolg, was für mich eigentlich eher abschreckend ist. Denn bisher war ich von gehypten Büchern eher enttäuscht 😓.  Aber hier gab es dann doch eine eher positive Überraschung. Es handelt sich um eine Geschichte mit vielen Zerwürfnissen und Abbrüchen, eine Geschichte von Leid und der Unterdrückung von Gefühlen (ich rate jedem zu Ehrlichkeit und nicht immer alles runterzuschlucken, denn der Unmut wird nur grösser), und es erzählt die Geschichte einer Versöhnung von Menschen, die sich seit Jahrzehnten auseinander gelebt haben, und doch die ganze Zeit zusammengehörten, sehr aktuell, es sollten alle mal nachdenken, woher manche Fehden kommen und inwieweit das überhaupt noch wichtig ist, meist hat man über die Zeit den Ursprung aus den Augen verloren, . In der Versöhnung erkennen sie, daß ein Teil ihres Schicksals mit eben der Trennung und eben dem Abbruch der Familienbande zu tun hatte.
Es geht um drei Brüder; Margido, Erlend und Tor. Deren Geschichte sehr präzise und liebevoll, sowie detailliert von der Autorin erzählt wird. Man kann sich jedenfalls in jeden der drei Protagonisten hineinversetzten. 
Margido ein eingefleischterJunggeselle ist ein Bestattungsunternehmer und der mittlere der Brüder. Er ist der heimliche Seelsorger und kann gut mit Worten umgehen, glaubt aber selbst nicht daran und leidet deswegen. 
Er hat vor langer Zeit, nach einem erbitterten Streit mit dem Vater, den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen.
Der Jüngste ist Erlend, hat früh die Familie verlassen und lebt in Kopenhagen ist vergeben an einen erfolgreichen Chefredakteur einer Zeitung. Selbst arbeitet er als Schaufensterdekorateur.

Tor ist der älteste der Drei; er lebt noch auf dem heruntergekommenen Hof der Eltern. Zu sagen haben sich Eltern und Sohn nicht viel. Er hat eine uneheliche Tochter in Oslo.

Als das Pech im Hause einzieht und die Mutter im Sterben liegt,  sucht Tor Kontakt zu seinen Brüdern und der Tochter. Sehr bewegender Schilderungen.

Und am Ende wartet auch der bisher so stumme Vater mit einer Überraschung auf, einer ein ganzes Leben lang geheimgehaltenen Lüge... .

Ein wirklich intensiver Roman über ein für mich fremdes, bäuerlichen Leben.

Ein echtes Juwel, absolute Leseempfehlung. 

Fakten
320 Seiten  
TB 10,00 €
Ebook 9,99 €

Erschienen im Btb Verlag 



Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und bei jeder Plattform, welche Bücher uns Ebooks anbietet.

Ich möchte mich bei Randomhouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars bedanken.

Dies hat keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung!