Sonntag, 6. Mai 2018

Ray Celestin - Höllenjazz in New Orleans : Roman  (City Blues Quartett,  Band 1)

5 von 5 🌟fantastische Recherche einer wahren Begebenheiten, sehr spannend erzählt. 

Klappentext
"New Orleans, 1919: Der mysteriöse »Axeman-Mörder« versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Seine Waffe ist eine Axt, sein Markenzeichen Tarotkarten, die er bei seinen Opfern hinterlässt. Detective Michael Talbot ist mit dem Fall betraut und verzweifelt an der Wendigkeit des Killers. Der ehemalige Polizist Luca D'Andrea sucht ebenfalls nach dem Axeman – im Auftrag der Mafia. Und Ida, die Sekretärin der Pinkerton Detektivagentur, stolpert zufällig über einen Hinweis, der sie und ihren besten Freund Louis Armstrong mitten in den Fall hineinzieht. Als Michael, Luca, Ida und Louis der Identität des Axeman immer näherkommen, fordert der Killer die Bewohner von New Orleans heraus: Spielt Jazz – sonst komme ich, um euch zu holen. Ray Celestin ist ein brillanter Debütroman gelungen, der sich in einer Mischung aus Fakten und Fiktion um eine der spannendsten und geheimnisvollsten Mordfälle der nordamerikanischen Geschichte rankt."

Quelle: Amazon/Verlag.

Meinung 
Ein Traum aus wahrer Geschichte und Blut. Ein unheimlich beeindruckender erster Roman des Autors. Obwohl über 500 Seiten bin ich hindurchgeglitten wie ein warmes Messer durch Butter. Der Schreibstil war sehr stilvoll, klar und authentisch. 

Fand eine Situation total bewegend, als der damalige Rassenhass geschildert wurde und als der "one drop rule" betitelte. Echt beklemmendes Gefühl, wenn man so behandelt wurde. Aber dieser Einblick war toll. 

Am interessantesten fand ich die gut geschilderte Jazz Kultur, gerade in Bezug auf die Beerdigungszeremonien. Man kennt es nur aus dem Hörensagen und abgehalfterten Fernsehserien. 

Obwohl 510 Seiten nicht wenig sind, hätte ich ungehindert den 2. Teil  (Todesblues in Chicago) weiterlesen können, der erscheint aber leider erst 2019.

Und Blitzdingsen um es noch einmal zu lesen funzt auch nicht.

Drei unterschiedliche Ermittler versuchen hier ein weiteres Blutbad zu verhindern und den Täter zu stellen.

Da wäre der erste Detective Lt. Michael Talbot der bei der Polizei von New Orleans arbeitet,  und ziemlich unter Druck gerät, bei den Axeman - Morden, weil er keine schnellen Ergebnisse liefert in einem rassistischen New Orleans. Sondern bestialische Morde weiter geschehen. Er ist nicht gerade eine Augenweide, Pockennarben zieren sein Gesicht.  Er ist dünn und von schlaksiger Figur. Und ein Verräter.  Wobei, er hat zwar einen Kollegen auffliegen lassen, aber einen korrupten.

Was ich besonders traurig finde, ist das Michael seine Frau verstecken muss da die Menge sich aufheizt und sie schwarz ist.

Luca d’Andrea der erwähnte korrupte Polizist, der von Michael hinter Gittern gebracht wurde. Dieser wird nach 5 Jahren in den Hexenkessel, aus Axeman, Rassismus und Mafia. Er ist schon etwas älter, halt ein hübscher,  dunkelhaariger Italiener. Könnte auch wieder an die Mafia Zeiten anknüpfen. Da die Mordserie auch schädlich für die Mafia ist, versucht Luca auch den Mörder zu finden.

Und die dritte im Bunde ist Ida, auf die die 'one drop rule' zutrifft. Sie ist klug, ehrgeizig und bildhübsch. Ist mit New Orleans und der Kultur sehr verbunden. Sie arbeitet für ein heruntergekommenes Detektivbüro. Sie wäre gerne zur Polizei gegangen,  aber sie ist eine Frau und nicht weiss. Rassismus in doppelter Form. Dabei ist sie richtig gut. Ihr zur Seite steht ihr langjähriger Kumpel Louis Armstrong, ein begnadeter Musiker.

1919 New Orleans,  Rassenunruhen machen die Stadt unsicher, damit nicht genug, da schwingt auch ein Mörder seine Axt, neben diesem brachialen Mordinstrument ist sein Erkennungszeichen eine Tarotkarte.

Alle drei kreisen um diesen skrupellosen und wendigen Killer. Jeder von ihnen aus anderen Motiven. Aber alle hoch motiviert. Und es ist Gänsehaut-Spannend.

Als Michael, Luca D'Andrea und Ida dem Axeman immer näherkommen. Fordert er sie über einen Journalisten direkt heraus, er fordert: „Spielt Jazz – sonst komme ich, um euch zu holen...“

Ich gebe Euch den Rat, lasst Euch auf das Buch ein, es wird Euch nicht loslassen bevor Ihr auf Seite 512 seid und das Buch zuschlagt. Diese Mischung aus nordamerikanische Geschichte und Fiction. Gerade die bildhafte Darstellung von einigen Szenen lässt einen die Authentizität gut erahnen.

Dieses Konstrukt von drei Ermittlern fand ich erfrischend und innovativ. Hatte ich bisher noch nicht so gut ausformuliert.  Einzig das lange Personenverzeichnis zu Beginn hat mich etwas abgeschreckt,  es sieht nach mehr aus, aber man merkt schnell wer wirklich Protagonist ist und wer nur schmückndes Beiwerk. 

Ich glaube man merkt der Rezension meine Begeisterung an. Ich war wirklich mehr als angetan. Muß aber zugeben, das mir der Originaltitel : "The Axeman's Jazz " wesentlich besser,  aber darüber hinaus gab es es nicht wirklich was zu mäkeln!

Klare Leseempfehlung! 

Fakten
512 Seiten  
TB  16,00 €
Kindle 13,99 €

Erschienen im Piper Verlag 

Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag bei allen Plattformen, welche Bücher und Ebooks anbieten. 

Ich möchte mich beim Verlag für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplares bedanken.

Dies hat keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung!