Donnerstag, 7. März 2019

Sara Wolf - Heartless: Der Kuss der Diebin (Bd. 1)


Rezension von Susann zu Heartless: Der Kuss der Diebin von Sara Wolf (Bd. 1)


Erscheinungstermin: 31. Januar 2019
Seitenanzahl: 480
Erschienen im Ravensburger Buchverlag


Der Klappentext:

„SIE MUSS DAS HERZ DES PRINZEN STEHLEN.
IM WAHRSTEN SINNE DES WORTES.

Zera ist mutig, stark und schön – und eine Gefangene, denn ihr Herz ist in der Gewalt einer Hexe. Wenn Zera ihre Freiheit zurückwill, muss sie einen unmöglichen Auftrag ausführen: das Herz des Kronprinzen Lucien stehlen. Um nah genug an den Prinzen heranzukommen, tarnt Zera sich als adelige Heiratskandidatin und nimmt an der Brautwahl im Königspalast teil. Der ebenso unverschämte wie attraktive Prinz Lucien hat bisher noch jede Bewerberin um seine Hand abgelehnt, aber gegen seinen Willen fasziniert ihn die selbstbewusste Zera. Als sich zwischen dem Prinzen und der Attentäterin ein knisterndes Katz-und-Maus-Spiel entspinnt, muss Zera sich fragen, ob ihre Gefühle für Lucien wirklich nur gespielt sind – oder ob sie gerade dabei ist, sich in ihr Opfer zu verlieben.“

Quelle: https://test.ravensburger.de/produkte/jugendbuecher/fantasy-und-science-fiction/heartless-band-1-der-kuss-der-diebin-40178/index.html


Meine Meinung:

Ein Herz im Glas, das ist es, was Zera jeden Tag sehen muss. Es ist ihr Herz, daneben noch zwei weitere. Nichts wünscht sie sich mehr, als ihr Herz und das ihrer zwei Freunde wiederzubekommen. Das scheint aber so gut wie unmöglich zu sein. Zera sucht Wege, um die Hexe, bei der sie wohnt, zu überzeugen, sie gehen zu lassen. Diese bleibt aber eisern und Zera herzlos. Doch eines Tages bekommt Zera einen Auftrag: Sie soll das Herz des Prinzen Lucien stehlen. Dafür muss sie sich aber ins Feindesgebiet begeben, denn das ist Prinz Lucien – der Feind. Wird es Zera schaffen, ihm das Herz zu rauben oder verliert sie selbst ihr Herz?  

Wenn ich Zera mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es „wild“. Sie ist am Anfang des Buches unberechenbar, unreif, stur, pöbelhaft, weiß aber wofür sie kämpft und würde sich jederzeit opfern, um die Herzen von ihr und ihren Freunden zurückzubekommen. Ihre Charakterentwicklung fand ich sehr faszinierend. Obwohl sie nicht wirklich Lust hat, sich den Zwängen und der Etikette der gehobenen Gesellschaft anzupassen, weiß sie was auf dem Spiel steht und gibt deshalb alles, um doch irgendwie rein zu passen. An manchen Stellen gelingt es ihr nicht, aber genau das macht sie besonders. Sie erregt Aufmerksamkeit, die sie nicht erregen dürfte. Es ist eine schwierige Gradwanderung zwischen „Prinz Lucien beeindrucken“ und „die Tarnung auffliegen lassen“.
Mit Lucien hatte ich meine Schwierigkeiten. Einerseits wirkt er interessant und unnahbar, andererseits ist er so arrogant und selbstgefällig. Er konnte aber durch seine zweite, geheime Seite bei mir punkten und dadurch konnte ich ihm langsam aber sicher mein Herz öffnen.
Des Weiteren lernt man die Glut kennen. Die Glut ist das Dunkle in Zera, das die Oberhand gewinnen kann, wenn Zera nicht auf bestimmte Dinge in ihrem Leben achtet. Sie hat Zera noch interessanter gemacht, da man als Leser „hören“ konnte, was die Glut sagt und wie niederträchtig sie ist.
Ein Charakter darf nicht unerwähnt bleiben: Malachite. Er ist Prinz Luciens persönlicher Leibwächter und er hat dem ganzen Buch noch zusätzlich Pep gegeben. Malachite hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und ist so herrlich sarkastisch und zynisch, dass ich seine Stellen immer mit einem Lächeln im Gesicht lesen konnte.




Den Schreibstil empfand ich als locker und flüssig. Manchmal hat mir etwas die Spannung gefehlt und von den Hexen liest man im ersten Band gar nichts mehr, sobald Zera im Palast ist. Das fand ich sehr schade. Gern hätte ich noch mehr über die Hexen erfahren, über ihre Angst und was Zeras Hexe eigentlich in der Zwischenzeit fühlt oder denkt.

Das Cover mag ich sehr. Ich habe etwas Kämpferisches erwartet und es auch bekommen. Die inneren Auseinandersetzungen von Zera waren für mich nachvollziehbar, da auch wir Menschen innere Dämonen haben, mit denen wir manchmal mehr oder weniger zu kämpfen haben.

Am besten haben mir die Charakterentwicklungen von Zera und Lucien gefallen. Außerdem fand ich es gut, dass es eine seichte Liebesgeschichte gab. Sie war im ersten Band eher ein dünnes Band und hat sich in einem angemessenen Tempo entwickelt.
Am Ende erwartet einen ein Cliffhanger. Ich persönlich fand ihn mehr interessant als spannend. Ich hatte leider nicht das Gefühl, direkt weiter lesen zu müssen.

Das Buch ist definitiv lesenswert und kann mit starken Charakteren punkten. Allerdings flacht die Spannung an manchen Stellen zu schnell ab. 
Ich vergebe deshalb 4 von 5 Sternen.


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