Sonntag, 25. August 2019

Chris Rylander - Die Legende von Greg 1 Der krass katastrophale Anfang der ganzen Sache (M)

Rezension von Mia zu "Die Legende von Greg" von Chris Rylander

Klappentext:
Als sein Vater von einem grauenvollen Bergtroll entführt wird, steht Gregs Leben Kopf. Denn anscheinend ist er kein stinknormaler, etwas verfressener Schüler – er stammt von einem uralten Zwergenvolk ab, das in einem Höhlensystem unter Chicago lebt. Nun droht ein Krieg mit den verfeindeten Elfen. Greg muss die Zwergenausbildung absolvieren, mit seiner sprechenden Axt umgehen lernen und gleichzeitig seinen Vater wiederfinden. Zu allem Übel ist sein bester Freund Edwin ausgerechnet ein Elf. Kann er ihm überhaupt trauen?



Meinung:

Puh, diese Rezension ist nicht so leicht. Es wird hier definitiv weniger Begeisterung geben als bei vielen anderen Rezensionen, die ich gelesen habe.
Die Geschichte fing für mich sehr vielversprechend an. Der Schreibstil (und das Cover, welches ich übrigens super finde, nur Greg könnte dicklicher sein) erinnerte mich stark an Rick Riordan.
Ich liebe die Bücher von Riordan!
Und zu Beginn war ich auch mit Greg völlig zufrieden. Greg selbst war mir sympathisch. Aber ich mochte vor allem auf Anhieb seinen besten Freund Edwin und diese wundervolle Freundschaft der Beiden.
Doch als die Handlung so richtig in Fahrt kam, war ich leider so gar nicht mehr mit von der Partie.
Mir sind die Zwerge unsympathisch und auch die Entwicklung von Greg sagt mir nicht sonderlich zu.

Im Allgemeinen sind mir die meisten Zwerge zu pessimistisch, zu feige, zu empathielos.
Und dann gibt es da noch die oberste Zwergenregel: Zwerge weinen nicht. Selbst dann gilt es als verpönt, wenn z.B. gerade der Vater gestorben ist. Ich mag diese Botschaft nicht, könnte aber drüber hinweg sehen, wenn für mich der Rest passen würde.

Der Autor schreibt in seiner Danksagung, dass er sich bei "Fleisch" bedanke und sein Dank nicht "Seitan" gilt. Dass ich finde, dass diese "Fleisch ist mein Gemüse" Einstellung nicht mehr zeitgemäß ist, ist eine persönliche Sache, die ich nicht in die Bewertung einfließen lassen möchte. Ich habe es mehr oder weniger akzeptiert, dass die Zwerge pausenlos Fleisch essen, Tiere hassen und diese nur als Nahrung ansehen. Trotz allem, habe ich bei Spitzen gegen Vegetarier den Autor, dank seiner Danksagung, vor Augen gehabt, wie er gerade gegen die nicht Fleischesser wettert. Für mich war vieles schlichtweg provokant und hatte etwas von einem kleinem Jungen, der gerade mit einem Steak vor der Nase eines Vegetariers herumwedelt. (Ohne die Danksagung des Autors, wäre mir das Ganze nicht so sauer aufgestoßen)

Jetzt aber weiter zu Greg und seiner Entwicklung. Greg wächst über sich hinaus und scheint einer der wenigen mutigen Zwerge zu sein. Was vermutlich daran liegt, dass er seinen Vater retten möchte und nicht so "zwergisch" aufgewachsen ist.
Mir ist er aber auch zu beeinflussbar. Natürlich sind Teenager meist beeinflussbar. Aber Edwin ist, bis er von den anderen Zwergen erfahren hat, eine Konstante in seinem Leben gewesen. Die aufkeimenden Zweifel an Edwin, weil dieser ein Elf ist, haben mich negativ gestimmt. Ob er seinen Zweifeln nachgibt werde ich nun natürlich nicht weiter fortführen.

Edwin ist mein liebster Charakter in diesem Buch. Er ist loyal, lustig und recht frei von Vorurteilen. Ihm ist es egal, dass Greg ein Zwerg ist. Es ist ihm ebenfalls egal, dass Greg dicklich und unbeliebt ist.

Die weiteren Charaktere waren für mich leider nicht so richtig greifbar. Einzig Ari und Froggy hatten für mich durchaus Potential.

Die Grundidee der Geschichte ist für mich durchaus interessant. Die ersten circa 100 Seiten war ich auch mit relativer Begeisterung dabei.
Ich habe viel gelacht und der Schreibstil hat mich tatsächlich an Riordans erinnert. Jedoch wurde es mir mehr und mehr zu gewollt. Ich lachte weniger und auch die Handlung konnte mich nicht mehr ganz packen.

Trotz allem ist es ein lustiges Buch, an dem vielleicht gerade jüngere Leser ihre Freude haben. Prinzipiell bin ich ein großer Freund von Jugend- und Kinderbüchern, aber nicht jedes Buch kann einen vom Hocker hauen.  Vielleicht waren meine Erwartungen zu groß. Aber ich habe jetzt das große Bedürfnis noch einmal in die Welt von Percy Jackson einzutauchen.

Es kann natürlich sein, dass die nächsten Teile viele Sachen, die mich im ersten Teil gestört haben, vom Autor gewollt sind, um Spannung aufzubauen. Ich bin durchaus neugierig, wie sich die Charaktere weiter entwickeln werden und natürlich auch auf den Verlauf der Geschichte. Trotzdem bin ich noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde.

☆☆☆ Ich vergebe 3 von 5 Sternen für einen Auftakt, der bestimmt viele überzeugen kann, nur eben mich leider nicht.

Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 1. August 2019
Buchlänge: 400
Print (gebunden): 16,99 €
eBook: 11,99 €

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