Rezension von Mia zu "Die Legende von Greg" von Chris Rylander
Klappentext:
Als sein Vater von einem grauenvollen Bergtroll entführt wird, steht
Gregs Leben Kopf. Denn anscheinend ist er kein stinknormaler, etwas
verfressener Schüler – er stammt von einem uralten Zwergenvolk ab, das
in einem Höhlensystem unter Chicago lebt. Nun droht ein Krieg mit den
verfeindeten Elfen. Greg muss die Zwergenausbildung absolvieren, mit
seiner sprechenden Axt umgehen lernen und gleichzeitig seinen Vater
wiederfinden. Zu allem Übel ist sein bester Freund Edwin ausgerechnet
ein Elf. Kann er ihm überhaupt trauen?
Meinung:
Puh,
diese Rezension ist nicht so leicht. Es wird hier definitiv weniger
Begeisterung geben als bei vielen anderen Rezensionen, die ich gelesen
habe.
Die Geschichte fing für mich sehr vielversprechend an. Der
Schreibstil (und das Cover, welches ich übrigens super finde, nur Greg
könnte dicklicher sein) erinnerte mich stark an Rick Riordan.
Ich liebe die Bücher von Riordan!
Und zu Beginn war ich auch mit Greg völlig zufrieden. Greg selbst war mir sympathisch. Aber ich mochte vor allem auf Anhieb
seinen besten Freund Edwin und diese wundervolle Freundschaft der
Beiden.
Doch als die Handlung so richtig in Fahrt kam, war ich leider so gar nicht mehr mit von der Partie.
Mir sind die Zwerge unsympathisch und auch die Entwicklung von Greg sagt mir nicht sonderlich zu.
Im Allgemeinen sind mir die meisten Zwerge zu pessimistisch, zu feige, zu empathielos.
Und dann gibt es da noch die oberste Zwergenregel: Zwerge weinen nicht.
Selbst dann gilt es als verpönt, wenn z.B. gerade der Vater gestorben
ist. Ich mag diese Botschaft nicht, könnte aber drüber hinweg sehen,
wenn für mich der Rest passen würde.
Der Autor schreibt in seiner
Danksagung, dass er sich bei "Fleisch" bedanke und sein Dank nicht
"Seitan" gilt. Dass ich finde, dass diese "Fleisch ist mein Gemüse"
Einstellung nicht mehr zeitgemäß ist, ist eine persönliche Sache, die
ich nicht in die Bewertung einfließen lassen möchte. Ich habe es mehr
oder weniger akzeptiert, dass die Zwerge pausenlos Fleisch essen, Tiere
hassen und diese nur als Nahrung ansehen. Trotz allem, habe ich bei
Spitzen gegen Vegetarier den Autor, dank seiner Danksagung, vor Augen
gehabt, wie er gerade gegen die nicht Fleischesser wettert. Für mich war
vieles schlichtweg provokant und hatte etwas von einem kleinem Jungen,
der gerade mit einem Steak vor der Nase eines Vegetariers herumwedelt.
(Ohne die Danksagung des Autors, wäre mir das Ganze nicht so sauer
aufgestoßen)
Jetzt aber weiter zu Greg und seiner Entwicklung.
Greg wächst über sich hinaus und scheint einer der wenigen mutigen
Zwerge zu sein. Was vermutlich daran liegt, dass er seinen Vater retten
möchte und nicht so "zwergisch" aufgewachsen ist.
Mir ist er aber
auch zu beeinflussbar. Natürlich sind Teenager meist beeinflussbar. Aber
Edwin ist, bis er von den anderen Zwergen erfahren hat, eine Konstante
in seinem Leben gewesen. Die aufkeimenden Zweifel an Edwin, weil dieser
ein Elf ist, haben mich negativ gestimmt. Ob er seinen Zweifeln nachgibt
werde ich nun natürlich nicht weiter fortführen.
Edwin ist mein
liebster Charakter in diesem Buch. Er ist loyal, lustig und recht frei
von Vorurteilen. Ihm ist es egal, dass Greg ein Zwerg ist. Es ist ihm
ebenfalls egal, dass Greg dicklich und unbeliebt ist.
Die
weiteren Charaktere waren für mich leider nicht so richtig greifbar.
Einzig Ari und Froggy hatten für mich durchaus Potential.
Die
Grundidee der Geschichte ist für mich durchaus interessant. Die ersten
circa 100 Seiten war ich auch mit relativer Begeisterung dabei.
Ich
habe viel gelacht und der Schreibstil hat mich tatsächlich an Riordans
erinnert. Jedoch wurde es mir mehr und mehr zu gewollt. Ich lachte
weniger und auch die Handlung konnte mich nicht mehr ganz packen.
Trotz allem ist es ein lustiges Buch, an dem vielleicht gerade jüngere
Leser ihre Freude haben. Prinzipiell bin ich ein großer Freund von
Jugend- und Kinderbüchern, aber nicht jedes Buch kann einen vom Hocker
hauen. Vielleicht waren meine Erwartungen zu groß. Aber ich habe
jetzt das große Bedürfnis noch einmal in die Welt von Percy Jackson
einzutauchen.
Es kann natürlich sein, dass die nächsten Teile
viele Sachen, die mich im ersten Teil gestört haben, vom Autor gewollt
sind, um Spannung aufzubauen. Ich bin durchaus neugierig, wie sich die
Charaktere weiter entwickeln werden und natürlich auch auf den Verlauf
der Geschichte. Trotzdem bin ich noch nicht sicher, ob ich die Reihe
weiter verfolgen werde.
☆☆☆ Ich vergebe 3 von 5 Sternen für einen Auftakt, der bestimmt viele überzeugen kann, nur eben mich leider nicht.
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 1. August 2019
Buchlänge: 400
Print (gebunden): 16,99 €
eBook: 11,99 €