Rezension von Susann zu Die
Wächter von Nimrhon: Ruf nach Freiheit von M. Rose-Everly
Erscheinungstermin: 10.09.2019
Seitenanzahl: 653
Band 1
Der Klappentext
„"Von Anfang an war seine Nähe
beunruhigend für mich gewesen, aber dieser Grad eröffnete mir neue Dimensionen.
Überdeutlich und intensiv registrierte ich jede Stelle seines Körpers an meinem
und den beschützenden Reiz, der von ihm ausging. Es war ein ungünstiger
Zeitpunkt, sich seiner Anziehungskraft erneut bewusst zu werden, dennoch spürte
ich sie wie einen brennenden Durst."
Phelía Revelle ist ein ebenso mutiges wie eigensinniges
Mädchen mit besonderer Begabung, das in einer zerrütteten, nachzeitlichen Welt
zwischen den Gefolgsmännern ihres Vaters aufwächst. So selbstverständlich wie
Lesen und Schreiben lernt sie, mit dem Schwert zu kämpfen: Einerseits, um sich
gegen skrupellose Autonome zur Wehr zu setzen, andererseits, um sich gegen die
neuen Besiedler der Erde – Antarer genannt – zu behaupten, die die Ländereien
der Menschen in einen Schauplatz des Überlebens verwandelt haben.
Als ihrer Familie großes Unglück widerfährt, macht sich
Phelía entschlossen daran, ihr zu helfen, wobei sie nicht nur Unterstützung von
ihren engsten Vertrauten, sondern auch von einem Scion erhält, der das Blut
ihrer Feinde in sich trägt.
Doch kann Phelía dem schönen Fremden vertrauen, zu dem
sie sich unerklärlich hingezogen fühlt?
Ganz offenbar verbirgt er nicht nur ein dunkles
Geheimnis, sie kommen auch aus zwei völlig verschiedenen Welten.
Eine abenteuerliche Reise sowie der Kampf um Gefühle und
Loyalität beginnen, inmitten derer sich Phelía zunehmend fragen muss, was
Wahrheit und was Lüge ist …“
Meine Meinung
Lange Bücher. – Manche lieben sie, andere hassen
sie und nicht jeder traut sich an ein 653-seitiges Buch heran mit dem Wissen,
dass es sich dabei erst um die 1. Band handelt.
Auch mich findet man eher bei den 250 – 350 Seiten Büchern. Doch hier konnten
mich das Cover und der Klappentext so sehr überzeugen, dass ich mich an den
Brocken herangewagt habe. Bereue ich es? Das erfahrt ihr jetzt
Die Charaktere
Phelía wächst einem echt super schnell ans Herz.
Sie hat das gewisse Etwas, was ich bei vielen anderen Protagonistinnen
vermisse. Sie gibt nicht einfach auf oder lässt andere ihre Probleme lösen.
Nein. Sie ist mutig und strebt stetig nach mehr Wissen und Verbesserung.
Deshalb merkt man auch im ganzen Buch deutlich, wie sie an Stärke gewinnt und
wie sie durch ihre gesammelten Erfahrungen wächst. Sie ist durch und durch eine
Kämpferin. Ihre besondere Verbundenheit zu Tieren ließ sie noch sympathischer
auf mich wirken.
Der Scion, von dem im Klappentext die Rede ist,
heißt Làron. Lange weiß man nicht, was seine Ziele und Absichten sind. Allerdings
hatte ich durch M. Rose-Everlys Schreibstil nie das Gefühl ihm misstrauen zu
müssen. Làron ist und bleibt der Feind. So viel steht fest. Trotzdem hatte ich
bei seinen Auftritten im Buch immer ein gutes Gefühl. Er gibt nicht viel über
sich preis, eigentlich so gut wie gar nichts. Deshalb war er ein besonders
interessanter Charakter für mich. Man will ihn einfach ergründen und dann spürt
man, dass da irgendetwas zwischen ihm und Phelía ist.
Die Geschichte und der Schreibstil
Hand auf’s Herz: Ihr habt hier ein ziemlich dickes
Buch. Also bitte erwartet nicht, dass es nach 30 Seiten bereits so spannend ist,
dass ihr nicht mehr aufhören könnt zu lesen. Das braucht einfach seine Zeit.
Zunächst muss man erst einmal das grobe Ganze erfahren, um später tiefer
abtauchen und die Spannung, die dann definitiv entsteht, genießen zu können. Für
mich kam die Spannung so richtig, als Phelía auf Làron trifft. Ab dem Moment wollte
ich unbedingt wissen, wie es weiter geht. Auch wenn an sich nichts Aufregendes
passiert, wird die Spannung durch Dialoge von Phelía und Làron sehr gut
aufgebaut. Ich habe allen Gesprächen, die die beiden alleine führten, wirklich
entgegengefiebert. Mit jedem wuchs das Knistern und immer wenn ich hoffte, dass
sie sich nun endlich die Kleider vom Leib reißen würden, gab es einen kleinen
Dämpfer.
Aber diese Geschichte ist kein unschuldiges Blümchen.
Hier wird auch gekämpft und die Szenen werden sehr deutlich und bildhaft
beschrieben. Durch den detailreichen Schreibstil von M. Rose-Everly konnte ich
mir die Personen, Gefühle und die Umgebung einfach sehr gut vorstellen. Der
Schreibstil blieb außerdem im gesamten Buch flüssig und angenehm.
Die Geschichte hat sich für mich parallel zur Protagonistin stetig
weiterentwickelt und am Ende hatte ich gar nicht das Gefühl, dass das Buch
wirklich so lang war. Lieber hätte ich noch viel mehr bzw. einfach weiter
gelesen. Mehr will ich euch an dieser Stelle auch gar nicht verraten. Die
Geschichte ist einfach so komplex und groß, dass man sie nicht wirklich in
wenigen Worten ohne zu spoilern zusammenfassen kann. Wenn ich sie aber in einem
Wort beschreiben müsste, dann wäre es wohl „gewaltig“.
Das Cover
Ursprünglich bin ich erst durch das Cover auf das
Buch aufmerksam geworden. Ich liebe Blau eh schon, aber tatsächlich war es das Schlichte
und das Symbol, was es mir am Ende wirklich angetan hat.
Das Fazit
Wem lege ich Nimrhon: Ruf nach Freiheit ans Herz?
Jedem, der bereit ist, seine „Angst“ vor langen, detailreichen Büchern mithilfe
von Spannung und leichter, knisternder Erotik zu überwinden. Dabei ist es mir
wichtig, an dieser Stelle zu erwähnen, dass man hier nicht mit erotischen Elementen
zugeschüttet wird. (Das ist etwas, was für mich in Büchern gar nicht geht.)
Dieses Knistern hat einfach Zeit sich realistisch (!) zu entwickeln.
Möchte ich wissen, wie es weiter geht? Auf jeden Fall. Mich konnte M. Rose-Everly
mit diesem Buch komplett von sich überzeugen. Deshalb freue ich mich auch schon
sehr auf den nächsten Band.
Die Bewertung
Ich vergebe 5 von 5 Sternen. (Leider kann ich nicht
mehr geben. :D)
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