#Autoreninterview
Name: Manuel Wagner
Wohnort:
Witten
Lieblingsbuch: Kevin Kuhn – Hikikomori und Karen Duve -
Macht
Lieblingsfilm/-serie: Mr. Robot und Sense8
Lieblingsessen:
Nüsse, Beeren
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsgeruch:
Vanille
Lieblingsurlaubsort: Ramsau am Dachstein
Hobbys: lesen,
schreiben, Serien gucken, Ernährung, Sport, wandern
Woher
bekommst Du die Ideen für deine Romane und Geschichten?
Wichtig für meine Romane sind eigene
Gedanken über - und Erfahrungen mit Menschen. Mein erster Roman ist
zumindest zum Teil autobiographisch. Sicherlich haben außerdem
Schule, Studium, andere Romane, Filme und Serien ihren Einfluss.
Wie lange brauchst Du für ein Buch? Vom ersten Wort bis zum
Erscheinen?
Das ist schwierig zu sagen. Den ersten
Teil des Romans habe ich schon sehr früh angefangen, ohne zu wissen,
was genau für ein Buch ich schreiben werde. Damit am Ende alles Sinn
ergibt, musste ich dann viel streichen, umschreiben und neu erfinden.
Besonders mit dem Streichen von bereits geschriebenen Ideen habe ich
mich sehr schwer getan. Deshalb hat das Fertigstellen des ersten
Teils fast drei Jahre gedauert. Das würde heute definitiv nicht mehr
so lange dauern. Wenn der zweite Teil wie geplant diesen Sommer
herauskommt, wird die Fertigstellung etwa 10 Monate gedauert haben.
Schreiben fällt einfach leichter, wenn man bereits Übung und
Erfahrung hat. Aber es gibt eben immer wieder Phasen, wo ich mit
meinen Ideen nicht besonders zufrieden bin. Jeder Text muss mich
absolut überzeugen. Ich muss ihn für einen Geniestreich halten,
sonst veröffentliche ich nicht.
In welchen Genres finden wir Dich?
Schwierig zu beantworten. Coming of
Age, Ich-Erzählung, Elemente von Humor und Drama werden in meinen
Romanen wahrscheinlich immer eine Rolle spielen. Den Konflikt
zwischen dem einzelnen Ich und der es umgebenden Welt sehe ich gerne
als meine Hauptmotivation. Ich baue allerdings gerne mal Fantasy-
oder ScienceFiction-Elemente ein.
Wann kommt Dein nächstes
Buch heraus? Und wie wird der Titel lauten?
Die Fortsetzung von „Nur ich bin
normal“ wird im Juli erscheinen. Den Titel möchte ich noch nicht
nennen.
Welche Bücher liegen schon von Dir vor? Die man Wo?
Kaufen kann?
Der erste Teil der Normal-Reihe „Nur
ich bin normal“ ist auf amazon als Print und als Ebook auf allen
gängigen Portalen erhältlich.
Wie gemütlich ist dein Schreibtisch
eingerichtet?
Ich schreibe überwiegend auf der Couch
mit dem Laptop im Schoß. Das ist sehr gemütlich. Weniger gemütlich
sieht der Couchtisch aus. Dort liegen Bücher, die ich gerade lese,
handschriftliche Notizen, Stifte und dazwischen ganz gefährlich die
Kaffeetasse.
Kann man signierte Bücher von Dir käuflich
erwerben? Und wenn ja, wo?
Ja. Dazu muss man mich anschreiben. Ich
versende diese Bücher jede Woche persönlich.
Wolltest du als
Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine Berufswahl?
Nein. Ich hatte viele Berufswünsche
als Kind, aber sie waren schon immer kreativ angehaucht. DJ und
Bilder malen waren meine ersten Berufswünsche. Wissenschaft hat mich
auch immer interessiert, aber dort auch der kreative Teil.
Synthetische Biologie, also
Gott spielen, hat mich mal eine Zeit lang gereizt, aber leider sind
viele Berufe in der Theorie interessanter als in der Praxis. Ich
arbeite gerne selbstständig.
Wenn du die Möglichkeit
hättest eins deiner Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen
dafür infrage und wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im
Kino sehen?
Natürlich würde ich gerne alle meine
Bücher im Kino sehen. Über mögliche Schauspieler mache ich mir
gerade zum ersten Mal Gedanken. Das Geschlecht wäre auf jeden Fall
egal. Für den ersten Teil bräuchte man mindestens drei
unterschiedlich alte Schauspieler, um den oder die Ich-Erzähler_in
in den verschiedenen Altersstufen glaubwürdig darzustellen. Der oder
die Hauptschauspielerin sollte am Ende um die zwanzig Jahre alt sein.
Ich könnte mir David Mazouz aus Touch und Gotham gut vorstellen. Er
kann Sensibilität und Verschlossenheit mit gelegentlichen impulsiven
Ausbrüchen exzellent darstellen. Der zweite Protagonist bzw.
Antagonist Hündchen sollte um die fünfundzwanzig Jahre alt sein.
Passen könnte Jella Haase aus Fack ju Göhte, die auch ernste Rollen
spielen kann. Von lustig, über Hundeblick bis ins Verschlagene
spielt sie alles äußerst glaubwürdig.
Wann und wie kommst du auf neue
Buch Ideen? Gibt es da ein bestimmte Vorgehensweise/ Rituale fliegen
die Dir so zu?
Während der Entspannung in der
Badewanne oder auch beim Joggen habe ich die besten Ideen. Manchmal
ist es allerdings notwendig, sich klar zu fokussieren. Dazu lese ich
meine bereits geschriebenen Texte immer und immer wieder durch und
versuche mich dabei, in meine Figuren und deren Situation intensiv
hineinzudenken.
Würdest du dich selbst in deinen männlichen/
weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ
Mann/Frau nicht an?
Da der Ich-Erzähler mir sehr ähnlich
ist, wäre es ziemlich selbstverliebt, wenn ich sagen würde, dass
mich dieser Typ Mensch anspricht. Tut es auch nicht. Sehr anziehend
finde ich hingegen meinen Antagonsten Hündchen. Die Gefühle
schwanken ähnlich wie beim Ich-Erzähler zwischen Liebe und Hass.
Hündchen ist nun mal undurchsichtig, was sowohl einen gewissen Reiz
hat, als auch gefährlich ist.
Liest du selbst dein Genre
oder lieber andere Bücher?
Meine Art von Büchern gibt es nicht.
Mir war es wichtig einen eigenen individuellen Stil zu kreieren, der
aber dennoch sehr lesbar ist. Ich lese jedoch gerne zu ähnlichen
Themen: Coming of Age, Dystopie, Utopie, Philosophie, Psychologie,
Sozialkritik. Das sind alles Themen, die auch in meinen zukünftigen
Romanen eine Rolle spielen werden.
Was war das letzte Buch
welches Du selbst gelesen hast?
Marc Elsberg – Helix, sie werden uns
ersetzen. Faszinierendes Thema. Darin geht es um synthetische
Biologie, ein Thema, das mich, wie bereits erwähnt, stark
fasziniert. Nicht nur manipulierte Super-Lebensmittel werden
freigesetzt, sondern auch manipulierte Supermenschen mit
unglaublichen Fähigkeiten und Intelligenz werden auf die Welt
losgelassen. Alles klingt sehr realistisch und man kann sich
vorstellen, dass wir eigentlich schon jetzt vor fundamentalen
ethischen Fragen stehen: In welchem Maße sollten wir Gott spielen?
Wer darf von den Genveränderungen beim Menschen „profitieren“
und was wird aus den genetisch unveränderten schwachen, weniger
intelligenten Menschen?
Hast Du eine/n Lieblingsautor/In? Wenn
ja welche/r?
Karen Duves Denkweise und Schreibstil
in ihrem Roman Macht haben mich sehr fasziniert.
Wenn du auf
eine einsamen Insel auswandern müsstest welche 3 Dinge würdest du
mitnehmen? Es gibt kein Strom!!!! Aber eine monatliche Lieferung!!!
Das wird eine Katastrophe, weil ich
nicht gerade praktisch veranlagt bin: Solarzellen für Strom, ein
Satellitentelefon fürs Internet und mein Notebook. Ich bekomme
hoffentlich meine Lieblingslebensmittel und ausreichend Sonnenschutz
regelmäßig geliefert.
Welche Ratschläge kannst du
„jungen“ Autoren mit auf den Weg geben?
Du kannst nicht jedem gefallen, finde
deinen eigenen Stil, sei trotzdem kritikfähig, habe Geduld und
Konkurrenzdenken ist bescheuert.
Vielen Dank für das tolle Interview!
Dieses Interview wurde durch vorherige Absprache und mit Einverständnis mit der Autorin veröffentlicht.