Donnerstag, 6. Juni 2019

AI: Sameena Jehanzeb

#Autoreninterview mit Sameena Jehanzeb

Name: Sameena Jehanzeb 
Wohnort: Bonn 
Lieblingsbuch: Three Parts Dead (Max Gladstone) 
Lieblingsfilm: Das letzte Einhorn 
Lieblingsessen: Oh weh… Zu vieles. 
Lieblingsfarbe: Blau 
Lieblingsgeruch: Brennendes Holz und das Parfum »Laura« 
Lieblingsurlaubsort: Schottland, Tokyo 
Hobbys: Ich pflanze alle möglichen Dinge an und wühle gerne in Blumenerde … 

  • In welchem Genre finden wir Dich? 

Ich mische die Genres häufig miteinander. Die Fantasy überwiegt meistens, aktuell sitze ich aber an etwas das mehr in die Science-Fiction Richtung geht und manchmal schleicht sich auch eine Nebenhandlung mit Krimielementen ein. 

  • Wann kommt Dein nächstes Buch heraus? Und wie wird der Titel lauten? 

Das weiß ich noch nicht genau. 2019/2020 wird der oben erwähnte Science-Fiction Roman fertig, wenn es gut läuft hat der auch schon einen Verlag. 2019 könnte für mich aber erstmal das Jahr der Kurzgeschichten werden, denn da habe ich gerade schon drei Projekte vor mir, die, sofern alles glattgeht, dieses Jahr noch in verschiedenen Anthologien drin sein werden. 

  • Welche Bücher liegen schon von Dir vor? Die man Wo? Kaufen kann? 

»BRÏN« ist 2017 im Butze Verlag erschienen, »Winterhof« 2018 bei Zeilengold. Beide Bücher kann man direkt beim Verlag oder jedem beliebigen Buchhändler online wie offline bekommen. 

  • Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet? 

Gar nicht. Der ist meistens zugemüllt bis zum Gehtnichtmehr und wird nur benutzt, wenn ich großformatige Illustrationen und Scherenschnitte anfertige oder Bürokram erledigen muss. Ich kann ansonsten nicht am Schreibtisch arbeiten, weil ich das unfassbar unbequem finde, mir ständig was verrenke und mir immer kalt ist. Da ich im Home-Office arbeite kann ich es mir leisten mit Kuscheldecke auf der Couch, im Sommer auch auf dem Balkon (dann natürlich ohne Kuscheldecke) zu sitzen. Das klingt jetzt zwar sehr schluffig, aber von der unorthodoxen Schreibtischverweigerung mal abgesehen bin ich ziemlich diszipliniert und zuverlässig bei der Arbeit. 

  • Kann man signierte Bücher von Dir käuflich erwerben? Und wenn ja, wo? 

Offiziell gibt es keine direkte Bestellmöglichkeit. Wenn jemand ein signiertes Exemplar haben möchte spreche ich das aber schon mal mit den Verlagen ab und wir leiten die Bücher zu mir um, bevor sie ans endgültige Ziel gelangen. Ich bin aber auch auf den meisten Messen dabei und signiere dort oder bei Lesungen Bücher. 

  • Wolltest du als Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine Berufswahl? 

Geträumt habe ich davon tatsächlich schon als Kind, ich habe bloß nie wirklich geglaubt, dass ich mal gut genug schreiben würde um andere Menschen mit meinen Geschichten begeistern zu können. Ich bin wahnsinnig selbstkritisch, aber auch insgesamt vor allem künstlerisch begabt, deswegen habe ich mich auf Rat meines damaligen Kunst-LK Lehrers beruflich für das nächstnähere entschieden und Grafik-/Kommunikationsdesign und Illustration/Malerei studiert. So konnte ich Geschichten durch Bilder erzählen oder eben durch Illustrationen und Buchsatz an den Büchern dran sein. Das war beruflich greifbarer und sicherer, da ich auch schon seit Kindesbeinen an für mich selbst sorgen musste. Der direkte Berufsweg zur Autorin wäre finanziell gar nicht möglich gewesen, weil man einen langen Atem braucht um vom Schreiben leben zu können. 

  • Wenn du die Möglichkeit hättest eins deiner Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen dafür in Frage und wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im Kino sehen? 

»BRÏN« kann ich mir mit echten Figuren gar nicht vorstellen, das würde ich mir eher als Anime wünschen. Bei »Winterhof« hätte ich dagegen lieber die Realverfilmung mit dunklen Einstellungen hier und leuchtenden Effekten da, wobei ich keine konkreten Darstellerrinnen vor mir sehe. Aber die Bildsprache habe ich dafür sehr ausgeprägt vor mir, auch was die Kostüme oder Ausstattung der Handlungsorte angeht. 

  • Wann und wie kommst du auf neue Buch Ideen? Gibt es da eine bestimmte Vorgehensweise/ Rituale? Fliegen die Dir so zu? 

Hm, also richtig zufliegen tun sie mir nicht. Es ist mehr ein endloses Nachdenken über Ideenschnipsel oder auch Alltagsschnipsel, bei denen es irgendwann „klick“ macht und explosionsartig in eine richtige Idee übergeht. Die Auslöser können alle möglichen Dinge sein. Eine Melodie, ein poetisch klingender Satz, Farben oder – wie bei BRÏN geschehen – ein Kater der meinte seinen Mageninhalt in den Trinkbrunnen entleeren zu müssen … Die Ideenfindung geht manchmal wirklich ganz absurde Wege und lässt sich schwer planen. 

  • Würdest du dich selbst in deinen männlichen/ weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ Mann/Frau nicht an? 

Das kommt auf die Art der Figur an und die Intensität der beschriebenen Beziehung, aber ja, das ist mir sogar schon passiert. Nach »BRÏN« hatte ich eine ernste Form von Liebeskummer und der after-book-blues war entsprechend nicht schön. Ich kann kopfmäßig super zwischen Fiktion und Realität unterscheiden, emotional dagegen so gut wie gar nicht. 

  • Liest du selbst dein Genre oder lieber andere Bücher? 

Fantasy gehört auch beim Lesen zu meinen Lieblingsgenres, wobei ich momentan eher in einer Science Ficiton Phase stecke. Das wechselt sich je nach Laune immer mal ein bisschen ab. 

  • Wie kommst du zum Schreiben? Plottest du erst oder schreibst du einfach drauf los? 

Sowohl als auch. Richtig „klick“ gemacht hat es bei mir mit dem Schreiben erst dadurch, dass ich irgendwann aufgehört habe zu plotten und ohne jeden Plan, den ersten Satz auf das Papier gesetzt habe der mir in den Sinn kam. Einfach weil ich schreiben wollte, auch wenn ich nicht wusste was. Zu viel Planung blockiert mich, weil mein Kopf nicht in ordentlicher Reihe denkt. Meistens fange ich beim Schreiben auch mit dem Ende an und überlege mir erst dann, wie ich dahin komme. 

  • Hörst du Musik zum schreiben? 

Nein, eher nicht. Das klingt für viele verrückt, aber ich höre Serien und Filme, weil mich Musik ablenkt. Ich fange immer an mitzusingen oder zu summen und kann dann nicht mehr schreiben. Bei Dialogen ist das anders, die blenden irgendwann einfach in den Hintergrund über und ich kriege nicht mehr mit was da gesprochen wird. Warum ich dann nicht einfach in Stille arbeite ist eben, dass es ohne die Dialoge zu still wäre und ich mich dann wieder nicht konzentrieren kann. 

Dieses Interview wurde mit vorheriger Absprache und mit dem Einverständnis der Autorin/des Autors veröffentlicht.