Rezension von Susann zu US - Wie Worte so laut von Ronja
Delahaye
Erscheinungstermin: 04. Juni 2019
Seitenanzahl: 320
Der Klappentext
"Die Abwesenheit von Worten hat in meinem Leben schon immer eine
große Rolle gespielt. Nein, eigentlich ist es nicht die Abwesenheit von Worten
- sondern viel mehr die Anwesenheit von Stille. Sie umgibt mich wie ein
willkommener Kokon. Bis ich jemandem begegne, bei dem ich das Bedürfnis habe,
mich daraus zu befreien."
Seit Jahren spricht Reyes nur noch mit ihren engsten Vertrauten, in der
Öffentlichkeit hüllt sie sich in Schweigen. Sie hat Angst. Angst davor, dass
fremde Menschen ihre Stimme hören könnten. Doch dann trifft sie auf den tauben
Fynn, bei dem sie sagen kann, was immer sie will. Der junge Musiker führt ihr
vor Augen, wie wundervoll es sein kann, aus ihrem gewohnten Leben auszubrechen.
Reyes' Umfeld beobachtet die Entwicklung misstrauisch. Dabei wird der jungen
Frau eines klar: Viele könnten ihr zuhören, aber es gibt nur einen, der sie
wirklich versteht. Aus ihrer Stille werde Worte, aus Worten eine gemeinsame
Sprache. Schon bald entwickelt Fynn Gefühle für die stille junge Frau, schwört
sich aber, diese ihretwillen hintenanzustellen.
Doch ist das wirklich die richtige Entscheidung für ihn - und für
Reyes?
Quelle: Ronja Delahaye
Meine Meinung:
Manchmal ist Stille so viel lauter als Worte. Besonders
dann ist es wichtig, dass man genau zuhört. Und genau darum geht es hier.
Die Charaktere
Die Charaktere sind alle absolut einzigartig und
jeder ist auf seine Weise besonders.
Zu Reyes konnte ich sehr schnell eine Verbindung
aufbauen. Teilweise war ich echt erschrocken, dass manche Gedanken mit meinen
übereinstimmten. Besonders bewegt hat mich dabei der Anfang des vierten
Kapitels, der einen tiefen Einblick in ihre Welt und den täglichen Kampf gibt.
Fynn konnte sich schon nach wenigen Seiten in mein
Herz schleichen. Er überfordert Reyes nie, aber trotzdem fordert er. Reyes hat
durch ihn die Möglichkeit aufzublühen und das kostbarste Gut überhaupt zu
verschenken – das Vertrauen.
Mit Fynn treten noch drei weitere Menschen in Reyes
Leben, die es gehörig auf den Kopf stellen.
Die Geschichte
Sie ist durch und durch bewegend. Man darf dabei
zusehen, wie eine unsichere junge Frau Vertrauen gewinnt, lernt sich nicht zu
verstecken und mutiger wird.
Spannung war eindeutig vorhanden. Man wollte die
neue Welt mit ihr zusammen entdecken. Ob es nun ein aufregender Einkauf mit
Freunden oder einfach nur ein Treffen mit Fynn ist.
Das einzige was ich hier anmerken muss, ist, dass
es für mich an manchen Stellen doch sehr vorhersehbar war. Darunter hat die
Spannung für mich ein klein wenig gelitten. Trotzdem ist die Geschichte auf
jeden Fall absolut lesenswert. Leser, die sich mit Reyes Gedanken
identifizieren können, werden das Gefühl haben, nicht allein damit zu sein.
Leser, die diese Gedanken nicht kennen, werden in eine völlig neue Welt
entführt.
Der Schreibstil
Der Schreibstil ist locker und flüssig. Ronja
schafft es zu jedem Zeitpunkt die Gefühle von Reyes und Fynn zu vermitteln. Dadurch,
dass sie einen die Geschichte sowohl aus Reyes‘ als auch aus Fynns Perspektive erleben
lässt, kann man sich sehr gut in beide hineinversetzen.
Fazit
Obwohl ich die Geschichte ab und zu sehr
vorhersehbar fand, habe ich sie sehr genossen. Mit US - Wie Worte so laut hat
Ronja eine sehr bewegende Geschichte geschaffen, die einem zeigt, dass es neben
der Dunkelheit immer Licht gibt. Auch wenn das Licht verschwindend klein zu
sein scheint, lohnt es sich danach zu greifen, die Angst zu überwinden und es
festzuhalten.
Hier wird einem gezeigt, dass man nicht allein ist und dass es sich lohnt zu kämpfen.
Hier wird einem gezeigt, dass man nicht allein ist und dass es sich lohnt zu kämpfen.
Außerdem glaube ich, dass es dort noch mehr zu
erleben gibt und wir an den Ort zurückkehren werden. Ronja deutet immer mal
wieder geschickt etwas an, was nicht weiter erklärt wird. Man kann sich
durchaus Sachen zusammenreimen, aber trotzdem hoffe ich auf ein weiteres Buch,
in dem wir Näheres erfahren können.
Das Lieblingszitat
Kapitel 4: „Es kommt immer der Punkt, an dem es
schiefgeht – weil mein Kopf keine Ruhe gibt, bis er nicht weiß, was all die
anderen Menschen über mich denken. Weil ich diese unbegründete Angst habe, dass
alle Anwesenden insgeheim über mich reden, sich die Mäuler zerreißen und alles,
was ich mache, genauestens unter die Lupe nehmen.“
Die Bewertung
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
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