Donnerstag, 18. April 2019

AI: Sarah Nierwitzki

#Autoreninterview mit Sarah Nierwitzki


Name: Sarah Nierwitzki 
Wohnort: Bielefeld 
Lieblingsbuch: „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury 
Lieblingsfilm: Die Kingsman-Reihe 
Lieblingsessen: Kartoffeln mit Spinat 
Lieblingsfarbe: Gold 
Lieblingsgeruch: Das Parfüm meines Freundes ;) 
Lieblingsurlaubsort: Oberstdorf, Bayern 
Hobbys: Schreiben, schreiben, schreiben, Krafttraining 

  • Woher bekommst Du die Ideen für deine Romane und Geschichten? 

Meistens aus dem alltäglichen Leben. Manchmal reicht der Blick einer Person und ich habe schon eine grobe Idee im Kopf. Oft setzen sich aber solche Kleinigkeiten irgendwann zu einem großen Ganzen zusammen. So einen „Knall“-Moment, in dem ich DIE Idee habe, gibt es bei mir nicht. 

  • Wie lange brauchst Du für ein Buch? Vom ersten Wort bis zum Erscheinen? 

Zum Schreiben brauche ich ungefähr vier bis sechs Monate. Bis ein Buch erscheint dauert es dann etwa nochmal so lange. Also alles in allem etwa ein Jahr. 

  • In welchem Genre finden wir Dich? 

Hauptsächlich realistische Jugendliteratur (Young Adult). Letztes Jahr habe ich mich auch an einer Urban-Fantasy-Geschichte versucht und die ist mir glaube ich auch ganz gut geglückt (da warte ich gerade noch auf Rückmeldung vom Verlag), aber realistische Romane liegen mir mehr. 

  • Wann kommt Dein nächstes Buch heraus? Und wie wird der Titel lauten? 

Mein nächstes Buch erscheint am 01. Mai im Zeilengold Verlag unter dem Titel „Der Ort in mir“. Ein realistischer Jugendroman, in dem es um zwei Freunde geht, die aus einer religiösen Gemeinde ausbrechen – beide aus unterschiedlichen Beweggründen – und zu sich selbst und zueinander finden. Liebe darf bei mir irgendwie nie fehlen, egal, wie ernst das Thema ist. Vorzubestellen ist der Roman schon unter zeilengold-verlag.de/shop/der-ort-in-mir

  • Welche Bücher liegen schon von Dir vor? 

Mein Debütroman erschien letztes Jahr im Angelwing Verlag unter dem Titel „Über mir der Sturm“. Da geht es um eine junge Läuferin, die ihren Unterschenkel verliert und sich zurück ins Leben kämpft. Zu kaufen ist der Roman allerdings nur noch bis Ende April, da der Vertrag mit dem Verlag dann ausläuft. „Der Ort in mir“ hingegen ist schon vorbestellbar, im Moment jedoch nur über den Shop des Zeilengold Verlags – aber alle anderen Händler folgen natürlich bald.

  • Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet? 

Seit neustem mit einem großen Monitor, an dem mein Laptop angeschlossen ist, damit ich endlich nicht mehr am 14-Zoll Laptopbildschirm arbeiten muss. Ansonsten ist es eher aufgeräumt. Alles hat seinen Platz. Rechts neben mir an der Wand hängt eine große Pinnwand, die ich selbst mit Korkplatten aus dem Baumarkt an die Wand genagelt hat (das gute Stück ist so lang wie die Wand, also knapp vier Meter). Ansonsten habe ich viel indirektes Licht: Kerzen, eine Stehlampe und diverse Lichterketten. 

  • Kann man signierte Bücher von Dir käuflich erwerben? Und wenn ja, wo? 

Über mir der Sturm“ kann man leider nicht signiert erwerben. „Der Ort in mir“ schon und zwar über die Zeilengold-Website.

  • Wolltest du als Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine Berufswahl? 

Wollte ich tatsächlich, ja. In meiner Familie hat nie jemand gelesen oder geschrieben, ich weiß nicht, woher mein Drang kommt, zu schreiben. Aber in spätestens zwei Jahren möchte ich gern zumindest Teilzeit vom Schreiben leben können und das nicht nur so als Hobby nebenbei laufen lassen. Das Schreiben ist kein Hobby für mich, es soll mein Beruf werden. 

  • Wenn du die Möglichkeit hättest eins deiner Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen da für in frage und wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im Kino sehen? 

Das ist leicht! Ich plane meine Protagonisten immer vorher schon mit Schauspielern, um sie selbst vor Augen zu haben. Wenn wir zB „Der Ort in mir“ nehmen, würde ich die Rolle der Leah mit Olivia Cooke besetzen. Simon habe ich mir immer wie Taron Egerton vorgestellt. 

  • Wann und wie kommst du auf neue Buch Ideen? Gibt es da ein bestimmte Vorgehensweise/ Rituale fliegen die Dir so zu? 

Fliegen mir zu, ehrlich gesagt. Oft beim Auto-, Bus- oder Bahnfahren. Wenn so die Welt vorbeirauscht – irgendwie rauschen da meine Gedanken mit. Allgemein beobachte ich aber gern Menschen (und hoffe, sie bemerken das nicht!). Gestiken und Mimiken finde ich spannend, weil ich mich immer frage, was dahintersteckt. Ob es auch dunkle Ecken hinter einem Lächeln gibt (gibt es immer), ob auch ernste Menschen diese eine Person haben, bei der sie völlig ausgelassen lachen können (haben sie). Ich habe dadurch aber nicht sofort eine komplette Buchidee im Kopf, das entwickelt sich langsam. Irgendwann setzen sich die Blicke, Mimiken etc. zu einem großen Ganzen zusammen. Das bildet dann den Hauptstrang der Geschichte. 

  • Würdest du dich selbst in deinen männlichen/ weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ Mann/Frau nicht an? 

Ich bin immer ein bisschen verknallt in meine männlichen Protagonisten, sonst habe ich beim Schreiben nicht das Bauchkribbeln, das ich beim Leser auslösen will. 

  • Liest du selbst dein Genre oder lieber andere Bücher? 

Ich lese tatsächlich lieber Fantasy als realistische Romane, das war schon immer so. Vielleicht als Ausgleich zu den Romanen, die ich schreibe, so genau weiß ich das nicht. Zwischendurch lese ich aber auch realistische Jugendbücher (vor allem die von Anne Freytag), aber eher seltener. 

  • Wie kommst du zum schreiben? Plottest du erst oder schreibst du einfach drauf los? 

Ich plotte sehr ausführlich. Zuerst die Grundidee. Da schreibe ich wirklich alles ganz chaotisch auf, was mir einfällt zur Geschichte einfällt (Nebenfiguren, einzelne Szenen, Schauplätze etc.). Einiges kommt oft gar nicht hinterher ins Buch, dann nehme ich solche Szenen auch mal für andere Romane. Dann ordne ich die Ideen in einer Word-Tabelle, die ich nach Kapiteln gliedere, und schreibe als nächstes Charakterbögen für die Protagonisten (Nebenfiguren lasse ich aus, die entwickeln sich beim Schreiben bei mir). Danach wird die Word-Tabelle erweitert bis ich alle Kapitel recht ausführlich geplant habe. Und dann schreibe ich, allerdings langsam. Ich bin keine 5.000-Wörter-pro-Tag-Autorin. Mehr so 500-Wörter-am-Tag. Ich stresse mich da nicht. 

  • Hast Du eine/n Lieblingsautor/In? 

Anne Freytag. Sie ist auch gleichzeitig mein großes Schreibvorbild. Ihre Romane haben alles, was ich selbst als Leserin und Autorin schätze: Tiefe, Melodie, echte Protagonisten, Melancholie, trotzdem eine lebensbejahende Botschaft. Da kommt für mich niemand sonst ran. Ich habe noch nie bessere Bücher als die von Anne Freytag gelesen. 

  • Würdest du gerne mit deinem Protagonisten die Rolle tauschen? 

Leah aus „Der Ort in mir“ lebt in einer religiösen Gemeinde, in der sie sich nicht richtig frei fühlt. Das ist mir mein Alltag oft doch lieber. Aber – auch wenn das etwas selbstverliebt klingt – ich bewundere meine (weiblichen) Protagonisten sehr, dass sie dafür kämpfen, auszubrechen und sich nicht mit ihrer Situation abfinden. Da habe ich selbst lange dran gearbeitet und tue es immer noch.

  • Hörst du Musik zum schreiben? Inspiriert dich die Musik zum schreiben? 

Immer, ja. Ohne Musik kann ich nicht schreiben. Manchmal inspiriert mich nur ein Beat, manchmal der Text. Aber zu jedem Kapitel, das ich schreibe, gibt es mindestens ein Lied, das ich dabei gehört habe. Bei „Der Ort in mir“ spielt das Lied ‚Comptine d'Un Autre Été‘ aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ zB eine große Rolle. Bei „Über mir der Sturm“ habe ich das letzte Kapitel zu ‚Whatever it takes‘ von den Imagine Dragons gehört. Musik ist – neben dem Schreiben- sehr wichtig für mich. Da ich aber weder komponieren noch singen kann, schreibe ich einfach dazu :) 

Dieses Interview wurde mit vorheriger Absprache und mit dem Einverständnis der Autorin/des Autors veröffentlicht.