#Autoreninterview mit Emily Bähr
Name: Emily Bähr
Wohnort:
50% versteckt im hintersten Winkel von Rheinland-Pfalz, 50% Belfast,
Nordirland
Lieblingsbuch: Die Madaddam Trilogie
Lieblingsfilm:
Interstellar und Herr der Ringe
Lieblingsessen:
Surf’n‘Turf
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsgeruch: Neues
Auto
Lieblingsurlaubsort: Norwegen (Traumziel für eine
Abenteuerreise wäre allerdings die Osterinsel)
Hobbys: Schreiben
(offensichtlich), lesen, Videospiele, fotografieren
Woher
bekommst Du die Ideen für deine Romane und Geschichten?
Hauptsächlich aus
Träumen, wobei der inspirierende Traum oft fast nichts mehr mit dem
Endergebnis zu tun hat.
Wie lange brauchst Du für ein Buch?
Vom ersten Wort bis zum Erscheinen?
Das kommt darauf an.
Abhängig von Zeit und Stimmung habe ich es schon geschafft ein Buch
in knapp anderthalb Monaten runterzutippen. Andere Ideen brauchen
deutlich länger, daher plus/minus vier Monate zum Schreiben. Hinzu
kommen Überarbeitungszeit und gegebenenfalls noch „Wartezeit“
beim Verlag, bis man im Programm dran ist (und sich überhaupt mal
dazu aufrafft das Projekt an einen Verlag zu schicken).
In
welchen Genre finden wir Dich?
Mit Ausnahme meines
Debüts, das bei Young Adult gelandet ist, findet man mich doch eher
im Bereich Science-Fiction/Fantasy. Dystopien sind, glaube ich, mein
großes Ding.
Wann kommt Dein nächstes Buch heraus? Und wie
wird der Titel lauten?
Mein nächstes Buch kommt
bereits im Juli. Es ist der zweite Band meiner „Wasteland“-Trilogie
und trägt den Titel „Zeit der Rebellion“.
Welche Bücher
liegen schon von Dir vor? Die man Wo? Kaufen kann?
Bisher gibt es „Ewig und
du“ und „Wasteland I: Zeit des Neubeginns“. Beide sind bei
Carlsen-Impress erschienen und überall erhältlich, wo es eBooks
gibt.
Wie gemütlich ist dein
Schreibtisch eingerichtet?
Chaos. Tod. Zerstörung.
Gaming-Equipment, fettes Mauspad, irgendwo eine leere Packung
Schokolade, Energydrink-Dosen, eine goldene Winke-Katze und Harald
der Plüschlöwe. Bei Ordnung kann ich einfach nicht arbeiten.
Kann
man signierte Bücher von Dir käuflich erwerben? Und wenn ja, wo?
Da es von mir keine Prints
sondern nur eBooks gibt, nein. Zumindest bis jetzt.
Wolltest
du als Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine
Berufswahl?
Ich weiß gar nicht
sicher, ob ich Autorin werden wollte, obwohl ich mir schon immer
gerne Geschichten ausgedacht habe. Allerdings… ich glaube am
ehesten wollte ich unbedingt zur NASA und dort im Houston Control
Center arbeiten. Der Film Apollo 13 hat mich wohl maßgeblich
beeinflusst.
Wenn du die Möglichkeit hättest eins deiner
Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen da für in frage und
wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im Kino sehen?
Haha einmal das eigene
Buch auf der großen Leinwand zu sehen, wäre natürlich der große
Traum – gerade für mich als leidenschaftliche Kinogängerin.
Früher habe ich immer für alle meine Charaktere Schauspieler
herausgesucht (man weiß ja nie) inzwischen habe ich nur ein paar
Besetzungen im Kopf.
Für Ewig und du:
Alice – Emily Browning
Noah – Thomas
Brodie-Sangster
Wasteland:
Lys – Elizabeth Olsen
Victoria – Natalie
Portman
Z – Andrew Garfield
(auch wenn er viel zu alt ist)
Oh. Und bitte Christopher
Nolan für die Regie!
Wann und wie kommst du auf neue Buch
Ideen? Gibt es da ein bestimmte Vorgehensweise/ Rituale fliegen die
Dir so zu?
Meistens beginnt es mit
einem Funken, einer Idee. Wie bereits gesagt, normalerweise aus einem
Traum oder auch einfach ein Geistesblitz. Dann beginnt das
Brainstorming. Da wird einfach alles aufgeschrieben, was mir dazu
einfällt, Umrisse für Szenen, Details (dieser Prozess kann sich
über Monate ziehen). Dann auch Charaktere, ich brauche Bilder vor
Augen also entweder Models, Schauspieler oder auch einfach
Shutterstock Bilder, an denen ich mich orientieren kann, selten
Leute, die ich aus dem echten Leben kenne. Dann wird das ganze in
meinem digitalen Notizbuch festgehalten und bis auf Weiteres dort
bleiben, weil ich immer nur an einem Projekt arbeite. Sollte ich mich
für eine Idee entscheiden, kommen danach Storyline, Planung zur
Welt, politisches System und alles was so nötig ist. Ich bin sehr
gerne auf alles vorbereitet, bevor ich das eigentliche Schreiben
beginne.
Würdest du dich selbst in deinen männlichen/
weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ
Mann/Frau nicht an?
Als ich Wasteland
geschrieben habe, dachte ich immer Z wäre mein absoluter Traumtyp –
zumindest von der Idee in meinem Kopf. Dann ist er aufs Papier
gewandert und hat irgendwie ein Eigenleben entwickelt, sodass er mir
inzwischen einfach zu ähnlich ist. Dagegen ist Louis aus Ewig und du
meinem Freund beunruhigend ähnlich – und das obwohl ich meinen
Freund lange nach dem ersten Manuskript kennengelernt habe. Also wohl
am ehesten Louis.
Liest du selbst dein Genre oder lieber
andere Bücher?
Ich lese, was mir gefällt.
Wahnsinnig gerne Dystopien, aber ich bin offen für so gut wie jedes
Genre, solange mir das Buch gefällt oder ich ausgehend darüber
herziehen kann. Ich bin ein böser Mensch.
Was war das letzte
Buch welches Du selbst gelesen hast?
Das Raunen der Flammen von
Helena Gäßler
Hast Du eine/n Lieblingsautor/In? Wenn ja
welche/R?
Zwei genauer gesagt:
Margaret Atwood – Schreibstil
und die Welten, die sie erschafft, sind einfach so beunruhigend
realistisch, dass man völlig in den Bann gezogen wird
Carlos Ruiz Zafón – Der
Mann, der es schafft, mit Wörtern Gemälde zu erschaffen
Wenn du auf eine
einsamen Insel auswandern müsstest welche 3 Dinge würdest du mit
nehmen? Es gibt kein Strom!!!! Aber eine Monatliche Lieferung!!!
Eine
Schaufel, um mir ein Loch zu graben, weil ich meinen Kindle aufgeben
müsste… Nein, Spaß beiseite. Hängt natürlich ein wenig davon
ab, was in dieser Lieferung drin ist.
Auf jeden Fall eine
Hängematte.
Einen Volleyball, damit
ich mir einen „Wilson“ zum Reden basteln kann wie Tom Hanks in
Cast Away.
Meinen Freund – falls
Wilson etwas zustößt.
PS: In den Lieferungen ist
besser etwas zu essen, sonst hab ich ein Problem.
Welche Ratschläge kannst
du „jungen“ Autoren mit auf den Weg geben?
Kritik ist euer bester
Freund. Das ist vielseitig auslegbar: Lasst euch kritisieren, damit
ihr an euch selbst arbeiten könnt. Kritisiert euch selbst, aber
kritisiert auch andere. Akzeptiert nicht alles, was ihr als fertiges
Buch vorgesetzt bekommt, sondern seid nachdenklich beim Lesen und
lernt aus Fehlern – euren eigenen und den von anderen – und
wendet das auf eure eigene Arbeit an.
UND: Seid offen. Egal wo,
jedes bisschen unnütze Wissen, sei es in der Schule, bei der Arbeit
oder in einer Zeitschrift beim Arzt, könntet ihr irgendwann
gebrauchen. Ich finde, es gibt nicht Schöneres, als wenn man beim
Schreiben aus eigener Erfahrung oder dem eigenen Wissen zitieren kann
und gleichzeitig nichts Schlimmeres, wenn man partout eine
Science-Fiction Dystopie im Weltraum schreiben will, aber dann
einfache, jedoch gravierende Fehler reinhaut, die jedem der auch nur
ein bisschen etwas von der Materie versteht, den Spaß am Buch
verderben. Ihr müsst keinen PhD in Nuklearphysik haben, wenn ihr
über eine Welt nach einem Atomkrieg schreiben wollt, aber wenn ihr
neugierig auf die Hintergründe eurer Stories seid, werden es eure
Leser auch sein.
Danke für eure
Aufmerksamkeit *drops mic*
Dieses Interview wurde mit vorheriger Absprache und mit dem Einverständnis der Autorin/des Autors veröffentlicht.
Dieses Interview wurde mit vorheriger Absprache und mit dem Einverständnis der Autorin/des Autors veröffentlicht.



