Donnerstag, 7. Juni 2018

AI: Emily Bähr

#Autoreninterview mit Emily Bähr

Name: Emily Bähr

Wohnort: 50% versteckt im hintersten Winkel von Rheinland-Pfalz, 50% Belfast, Nordirland
Lieblingsbuch: Die Madaddam Trilogie
Lieblingsfilm: Interstellar und Herr der Ringe
Lieblingsessen: Surf’n‘Turf
Lieblingsfarbe: Grün
Lieblingsgeruch: Neues Auto
Lieblingsurlaubsort: Norwegen (Traumziel für eine Abenteuerreise wäre allerdings die Osterinsel)
Hobbys: Schreiben (offensichtlich), lesen, Videospiele, fotografieren 

Woher bekommst Du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Hauptsächlich aus Träumen, wobei der inspirierende Traum oft fast nichts mehr mit dem Endergebnis zu tun hat. 


Wie lange brauchst Du für ein Buch? Vom ersten Wort bis zum Erscheinen?

Das kommt darauf an. Abhängig von Zeit und Stimmung habe ich es schon geschafft ein Buch in knapp anderthalb Monaten runterzutippen. Andere Ideen brauchen deutlich länger, daher plus/minus vier Monate zum Schreiben. Hinzu kommen Überarbeitungszeit und gegebenenfalls noch „Wartezeit“ beim Verlag, bis man im Programm dran ist (und sich überhaupt mal dazu aufrafft das Projekt an einen Verlag zu schicken).


In welchen Genre finden wir Dich?

Mit Ausnahme meines Debüts, das bei Young Adult gelandet ist, findet man mich doch eher im Bereich Science-Fiction/Fantasy. Dystopien sind, glaube ich, mein großes Ding.


Wann kommt Dein nächstes Buch heraus? Und wie wird der Titel lauten?

Mein nächstes Buch kommt bereits im Juli. Es ist der zweite Band meiner „Wasteland“-Trilogie und trägt den Titel „Zeit der Rebellion“.


Welche Bücher liegen schon von Dir vor? Die man Wo? Kaufen kann?

Bisher gibt es „Ewig und du“ und „Wasteland I: Zeit des Neubeginns“. Beide sind bei Carlsen-Impress erschienen und überall erhältlich, wo es eBooks gibt.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?
Chaos. Tod. Zerstörung. Gaming-Equipment, fettes Mauspad, irgendwo eine leere Packung Schokolade, Energydrink-Dosen, eine goldene Winke-Katze und Harald der Plüschlöwe. Bei Ordnung kann ich einfach nicht arbeiten.


Kann man signierte Bücher von Dir käuflich erwerben? Und wenn ja, wo?

Da es von mir keine Prints sondern nur eBooks gibt, nein. Zumindest bis jetzt.


Wolltest du als Kind schon Autor/in werden oder was war damals deine Berufswahl?

Ich weiß gar nicht sicher, ob ich Autorin werden wollte, obwohl ich mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht habe. Allerdings… ich glaube am ehesten wollte ich unbedingt zur NASA und dort im Houston Control Center arbeiten. Der Film Apollo 13 hat mich wohl maßgeblich beeinflusst.


Wenn du die Möglichkeit hättest eins deiner Bücher zu verfilmen welche Schauspieler kämen da für in frage und wieso? Welches Buch möchtest du gerne von Dir im Kino sehen?

Haha einmal das eigene Buch auf der großen Leinwand zu sehen, wäre natürlich der große Traum – gerade für mich als leidenschaftliche Kinogängerin. Früher habe ich immer für alle meine Charaktere Schauspieler herausgesucht (man weiß ja nie) inzwischen habe ich nur ein paar Besetzungen im Kopf.
Für Ewig und du:
Alice – Emily Browning
Noah – Thomas Brodie-Sangster
Wasteland:
Lys – Elizabeth Olsen
Victoria – Natalie Portman
Z – Andrew Garfield (auch wenn er viel zu alt ist)
Oh. Und bitte Christopher Nolan für die Regie!


Wann und wie kommst du auf neue Buch Ideen? Gibt es da ein bestimmte Vorgehensweise/ Rituale fliegen die Dir so zu?

Meistens beginnt es mit einem Funken, einer Idee. Wie bereits gesagt, normalerweise aus einem Traum oder auch einfach ein Geistesblitz. Dann beginnt das Brainstorming. Da wird einfach alles aufgeschrieben, was mir dazu einfällt, Umrisse für Szenen, Details (dieser Prozess kann sich über Monate ziehen). Dann auch Charaktere, ich brauche Bilder vor Augen also entweder Models, Schauspieler oder auch einfach Shutterstock Bilder, an denen ich mich orientieren kann, selten Leute, die ich aus dem echten Leben kenne. Dann wird das ganze in meinem digitalen Notizbuch festgehalten und bis auf Weiteres dort bleiben, weil ich immer nur an einem Projekt arbeite. Sollte ich mich für eine Idee entscheiden, kommen danach Storyline, Planung zur Welt, politisches System und alles was so nötig ist. Ich bin sehr gerne auf alles vorbereitet, bevor ich das eigentliche Schreiben beginne.


Würdest du dich selbst in deinen männlichen/ weiblichen Protagonisten verlieben oder spricht dich dieser Typ Mann/Frau nicht an?

Als ich Wasteland geschrieben habe, dachte ich immer Z wäre mein absoluter Traumtyp – zumindest von der Idee in meinem Kopf. Dann ist er aufs Papier gewandert und hat irgendwie ein Eigenleben entwickelt, sodass er mir inzwischen einfach zu ähnlich ist. Dagegen ist Louis aus Ewig und du meinem Freund beunruhigend ähnlich – und das obwohl ich meinen Freund lange nach dem ersten Manuskript kennengelernt habe. Also wohl am ehesten Louis.


Liest du selbst dein Genre oder lieber andere Bücher?

Ich lese, was mir gefällt. Wahnsinnig gerne Dystopien, aber ich bin offen für so gut wie jedes Genre, solange mir das Buch gefällt oder ich ausgehend darüber herziehen kann. Ich bin ein böser Mensch.


Was war das letzte Buch welches Du selbst gelesen hast?

Das Raunen der Flammen von Helena Gäßler


Hast Du eine/n Lieblingsautor/In? Wenn ja welche/R?
Zwei genauer gesagt: 
Margaret Atwood – Schreibstil und die Welten, die sie erschafft, sind einfach so beunruhigend realistisch, dass man völlig in den Bann gezogen wird

Carlos Ruiz Zafón – Der Mann, der es schafft, mit Wörtern Gemälde zu erschaffen


Wenn du auf eine einsamen Insel auswandern müsstest welche 3 Dinge würdest du mit nehmen? Es gibt kein Strom!!!! Aber eine Monatliche Lieferung!!!
Eine Schaufel, um mir ein Loch zu graben, weil ich meinen Kindle aufgeben müsste… Nein, Spaß beiseite. Hängt natürlich ein wenig davon ab, was in dieser Lieferung drin ist.

Auf jeden Fall eine Hängematte.
Einen Volleyball, damit ich mir einen „Wilson“ zum Reden basteln kann wie Tom Hanks in Cast Away.
Meinen Freund – falls Wilson etwas zustößt.
PS: In den Lieferungen ist besser etwas zu essen, sonst hab ich ein Problem.

Welche Ratschläge kannst du „jungen“ Autoren mit auf den Weg geben?
Kritik ist euer bester Freund. Das ist vielseitig auslegbar: Lasst euch kritisieren, damit ihr an euch selbst arbeiten könnt. Kritisiert euch selbst, aber kritisiert auch andere. Akzeptiert nicht alles, was ihr als fertiges Buch vorgesetzt bekommt, sondern seid nachdenklich beim Lesen und lernt aus Fehlern – euren eigenen und den von anderen – und wendet das auf eure eigene Arbeit an.
UND: Seid offen. Egal wo, jedes bisschen unnütze Wissen, sei es in der Schule, bei der Arbeit oder in einer Zeitschrift beim Arzt, könntet ihr irgendwann gebrauchen. Ich finde, es gibt nicht Schöneres, als wenn man beim Schreiben aus eigener Erfahrung oder dem eigenen Wissen zitieren kann und gleichzeitig nichts Schlimmeres, wenn man partout eine Science-Fiction Dystopie im Weltraum schreiben will, aber dann einfache, jedoch gravierende Fehler reinhaut, die jedem der auch nur ein bisschen etwas von der Materie versteht, den Spaß am Buch verderben. Ihr müsst keinen PhD in Nuklearphysik haben, wenn ihr über eine Welt nach einem Atomkrieg schreiben wollt, aber wenn ihr neugierig auf die Hintergründe eurer Stories seid, werden es eure Leser auch sein.

Danke für eure Aufmerksamkeit *drops mic*

Dieses Interview wurde mit vorheriger Absprache und mit dem Einverständnis der Autorin/des Autors veröffentlicht.