Sonntag, 26. August 2018

Katharina Franzen - Elisha: Die Bestimmung Bd. 1


Rezension von Susann zu Elisha: Die Bestimmung von Katharina Franzen

Erscheinungstermin: 25. Mai 2018
Seitenanzahl: 675


Der Klappentext:

Sie glaubt nicht an den Fluch, der auf ihrer Familie lastet – bis sie ihm begegnet.
Er glaubt nicht an die Liebe – bis er sie trifft.
Elisha und Erik – zwei Menschen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch füreinander bestimmt.
1867: Prinzessin Elisha, jüngste Tochter des Schahs von Persien, ist klug, schön und eigensinnig. In einem goldenen Käfig geboren, kann sie die gesellschaftlichen Beschränkungen die ihr als Frau auferlegt sind, nicht akzeptieren. Ausgestattet mit der Gabe des Heilens, ist es ihr sehnlichster Wunsch Medizin zu studieren und Ärztin zu werden. Kann sie sich ihren Traum erfüllen?
Erik, ein geheimnisvoller Zauberer mit der Stimme eines Engels, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Nacht für Nacht führt er auf einem Jahrmarkt seine Kunst vor und nimmt sein begeistertes Publikum mit in eine magische, entrückte Welt. Er selbst hat keine Illusionen und keine Träume mehr. Er kennt weder Güte noch Freundschaft und schon gar nicht Liebe. Nichts davon ist ihm je zuteil geworden. Sein Gesicht macht ihn zu einem Ausgestoßenen außerhalb jeglicher menschlichen Ordnung. Die halbe Welt hat er bereits bereist, ohne einen Platz darin zu finden. Als der Abgesandte des Schahs ihm das Angebot unterbreitet, am persischen Hof seine Kunst vorzuführen und ihm im Gegenzug Reichtum und Macht verspricht, stimmt Erik zu. Wenn die Menschen überall gleich sind, ist es schließlich gleichgültig wohin man geht…
Als sich Elisha und Erik begegnen, ändert sich ihr beider Schicksal.“

Quelle: Amazon


Meine Meinung:

Wahnsinn. Was für starke Protagonisten. Man setzt sich ja immer mit den Protagonisten auseinander, aber Elisha und Erik haben mich einfach nicht losgelassen. Wenn ich gelesen habe, bin ich oft mit den Gedanken abgeschweift, weil ich viel über ihre Gedanken oder Handlungen nachgedacht habe.

Am Anfang erfährt man viel über die Vergangenheit und lernt Jewa kennen. Jewa ist in der Zwischenzeit eine alte Frau und wird den Fluch, der auf Elishas Familie liegt, zum dritten Mal miterleben. Man liest regelmäßig aus ihren Memoiren und schnell lernt man die sturköpfige Elisha kennen.

Elisha ist eine junge Frau, die trotz der vielen Regeln und Schwierigkeiten versucht ihren Weg zu finden und zu gehen. Sie hat den Traum Ärztin zu werden und dafür habe ich sie die ganze Zeit bewundert. Sie versucht mehr zu sein als nur eine Prinzessin. Für Schwache und Notleidende setzt sie sich sehr ein und so kommt es, dass sie auf Ragnar und die Zwillinge trifft, die später ihre Leibwache werden. Denen macht sie es aber nicht immer leicht. Durch ihre Neugierde und den Dang nach Freiheit, ist es manchmal wirklich zum Haare raufen mit ihr. Allerdings ist sie durch und durch liebenswürdig und ergründet die Menschen. Auch das habe ich ihr hoch angerechnet. Während andere jemanden voreilig verurteilten, wollte sie den Menschen dahinter kennen lernen.

Erik ist ein vom Leben gezeichneter Mann. Er versteckt sein Gesicht hinter einer Maske, da dieses den Leuten Angst einjagt. Er ist für sie ein Dämon mit der Stimme eines Engels und deshalb fürchten sie ihn. Sein ganzes Leben lang trifft er auf Unverständnis, Hass, Demütigung und so kommt es, dass er eine eiserne Mauer um sich herum erbaut, damit er sich schützen kann. Erik ist ein sehr gebildeter Mann und sein Wesen ist so fassettenreich, dass es sich in wenigen Worten gar nicht zusammenfassen lässt. Doch obwohl er an seiner Mauer festhält, erschüttert Elisha diese und dringt langsam aber sicher zu ihm durch. Sie tänzeln mehr umeinander als alles andere, da manchmal ein Schritt nach vorn zwei zurück bedeuteten. Allerdings gibt Elisha nie auf. Sie ist stätig um Erik bemüht, was der von der Welt verstoßener Mann gar nicht begreifen kann. Oft missverstehen sie sich einfach nur. In solchen Momenten hätte ich sie so gern geschüttelt oder laut gerufen „Seht ihr nicht, dass ihr völlig verrückt nacheinander seid?!“


Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und wird nie langweilig. Ständig passiert irgendetwas Neues, ob nun dank Elishas und Eriks Sturköpfigkeit oder durch verschiedenste Schicksalsschläge. Katharina beschreibt alles genau und den Schreibstil mochte ich sehr. Man hat direkt gemerkt, dass man sich in einem historischen Roman befindet. Wer hier also eine sich schnell entwickelnde Liebesgeschichte erwartet, wird sich täuschen. Durch die Zerrissenheit von Erik und weil Elisha das komplette Gegenteil von ihm ist, entwickelt sich die Beziehung der beiden langsam, aber äußerst realistisch.

Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, zusammen mit den Charakteren das Abenteuer zu bestreiten und daran zu wachsen. Da mir die Geschichte besonders wegen ihrer Tiefgründig gefallen hat, vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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